Work-Life-Blending: Wenn sich Arbeit und Freizeit vermischen

Work-Life-Blending – wenn Arbeit und Freizeit verschmelzen

Die Zugfahrt als Arbeitszeit rechnen dürfen, keine Präsenzzeiten und am Nachmittag kurz zum Coiffeur gehen – und dafür in den Strandferien Geschäfts-Mails beantworten, am Sonntag beim Znacht ein Kundentelefon entgegennehmen oder am Abend beim Netflixen die Meetings von morgen checken… Wenn sich Arbeit und Freizeit mischen, spricht man von Work-Life-Blending. Wie dieser Arbeitstrend entstand, wo die Gefahren liegen und wie Sie als HR eingreifen können, lesen Sie hier.

 

Digitalisierung führt zu Work-Life-Blending

Der Begriff Work-Life-Balance ist schon längst kein Thema mehr – viel eher redet man jetzt von Work-Life-Blending. Dabei geht es um die Verschmelzung von Arbeit und Freizeit. Dass Arbeits- und Privatleben nicht mehr klar getrennt werden, liegt an der Digitalisierung: Dank Smartphone, Laptop & Co. können Mitarbeitende nicht nur jederzeit, sondern auch ortsunabhängig arbeiten, d.h. im Café, im Open-Space, im Zug oder auch zuhause. Die Arbeitszeit wird nicht mehr strikt kontrolliert, stempeln war gestern. Im Gegensatz zu früher ist die Arbeit allerdings nicht fertig, wenn man die Bürotür hinter sich schliesst, denn die Geschäfts-Mails und -Termine sind auch auf dem Handy einsehbar – viele Arbeitnehmer nehmen die Arbeit freiwillig mit nach Hause.

 

Gefahren des Work-Life-Blending

Mehr Flexibilität – mehr Schuldgefühle? Viele Unternehmen erlauben ihren Mitarbeitenden flexible Arbeitszeiten, das Arbeiten im Zug oder zuhause. Dank dieser Flexibilität können Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen nicht selten auch tagsüber kurz private Angelegenheiten erledigen – und dafür dann am Abend etwas länger arbeiten. Allerdings erwartet bei diesem Modell der Arbeitgeber oft, dass die Mitarbeitenden am Abend oder am Wochenende erreichbar sind. Trotz der grösseren Flexibilität, die der Arbeitgeber bietet, steigt also der Druck auf die Mitarbeitenden: die Arbeit wird zum integrierten Bestandteil ihres privaten Lebens.

Mehr Verfügbarkeit – mehr Stress? Verschmelzen Beruf und Privatleben, dann kann das zu Stress oder längerfristig gar zu Burn-out für die Betroffenen führen. Die ständige Verfügbarkeit laugt die Mitarbeitenden aus – ganz abschalten nach Feierabend ist kaum mehr möglich. Die Erholungsphasen sind wenig entspannend, denn auf dem Smartphone leuchten ständig eingehende Mails auf. In diesem Fall geht die Vermischung von Arbeit und Freizeit auf Kosten des Privatlebens und längerfristig wird die Gesundheit darunter leiden.

 

Wie Sie als HR Work-Life-Blending in Ihrem Unternehmen eingrenzen können

Vertrauen: Machen Sie Ihren Mitarbeitenden klar, dass diese sich nach Arbeitsende bewusst von der Arbeit abgrenzen dürfen. Ihnen soll klar sein, dass sie nicht jederzeit erreichbar sein müssen. Auch wer tagsüber im Home-Office gearbeitet hat, darf nach getaner Arbeit Feierabend machen – und zwar richtig: Laptop und Geschäftshandy ausschalten.

Regelungen: Wie wird Arbeitszeit gemessen? Wie können Arbeitnehmer kompensieren, wenn sie Überstunden geleistet haben? Wie werden Abwesenheiten koordiniert? Diese und weitere Fragen müssen geklärt sein – andernfalls werden Unternehmen und Mitarbeitende das Konzept Work-Life-Blending unterschiedlich auslegen.

 

Fazit

Der neue Trend des Work-Life-Blending fordert von den Mitarbeitenden ein höheres Mass an Flexibilität und Offenheit. Nur wer sich darauf einlässt, seine Mittagspause um eine Stunde zu verlängern, um einen privaten Termin wahrzunehmen, dafür aber am Abend zuhause arbeitet, kann das volle Potenzial von Work-Life-Blending ausschöpfen. Dann ist der Trend ein Segen für Ihre Mitarbeitenden.

 

Was denken Sie über Work-Life-Blending? Ein Fluch oder Segen für die Mitarbeitenden?

2 Comments
  • M. Kissling

    5. November 2019 at 21:45

    Sehe dies eher als Segen und richtig damit umgegangen ist das tiptop. Das ewige jagen nach dem Prinzip Work Life Balance hat bei mir längst schon ein Ende und ich schlafe jede Nacht tief unfmd fest 👍😎

  • Prospective Media Services AG

    6. November 2019 at 8:11

    Schön, dass Sie vom neuen Trend in der Arbeitswelt profitieren können. Wenn Sie das so sehen, hat Work-Life-Blending natürlich nur Vorteile – super! 🙂

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