WhatsApp in der Rekrutierung einsetzen

Der Kurznachrichtendienst WhatsApp wächst und wächst: Gemäss Angaben von Statista sind weltweit bereits 900 Millionen aktive User registriert (gegenüber 700 Millionen Usern Anfangs 2015). Somit ist es eigentlich erstaunlich, dass dieses Tool bis anhin spärlich bei der Rekrutierung eingesetzt wird.

Hier ein erfolgreiches Beispiel, wie eine solche WhatsApp-Kampagne aussehen kann: Im Januar dieses Jahres wurde Edith Callsen, Trainee beim Personenkraftwagen-Hersteller Daimler angefragt, ob sie bei einer coolen Personalmarketing-Aktion mitmachen wolle. Edith arbeitet in der Kommunikationsabteilung bei Daimler und wurde neugierig, was geplant war. Spontan sagte sie zu folgender Kampagne zu: Interessenten am Career-Programm durften sie einen Tag lang bei ihrer Arbeit begleiten – und zwar virtuell in einer WhatsApp-Gruppe.

Hunderte von Interessenten beim ersten WhatsApp-Tag

Die Aktion wurde eine Woche vor der Durchführung auf der Facebook-Fanseite von Daimler ausgeschrieben. Auch auf dem Unternehmensblog wurde darüber berichtet und andere Blogs nahmen das Thema ebenfalls auf. So kam es, dass sich über 500 Personen für diese Aktion interessierten – aus technischen Gründen konnten allerdings nur 100 in der WhatsApp Gruppe dabei sein. Diese Interessenten erlebten einen typischen Arbeitstag bei Daimler mit. Für Fragen, welche nicht direkt das Ausbildungsgebiet von Edith betrafen, standen in Private Chats Personalfachleute und andere Ansprechpersonen zur Verfügung. In den ersten paar Stunden der Aktion kamen bereits mehrere hundert Nachrichten rein – mit Fragen und Kommentaren. Nebst Eindrücken vom Arbeitsplatz zeigte Edith auch gewisse Eigenheiten des Produktionsstandortes auf, an welchem sie sich gerade befindet.

Rekrutierung per WhatsApp

Gesamthaft betrachtet wurde die Aktion bei der Zielgruppe als sehr positiv empfunden und das Interesse an einer Wiederholung eines solchen WhatsApp-Tages war gross. Daimler verkündete, dass diese Aktion sicherlich wiederholt wird, resp. sogar zu einer regelmässigen Institution werden soll. So soll WhatsApp als dauerhafter Kommunikationskanal etabliert werden.

Bei den Kommentaren im Netz kamen zwar vereinzelt auch kritische Fragen auf. Wie steht es um den Datenschutz? Kann ich als Teilnehmer eines solchen Dialoges wirklich 100% sicher sein, dass meine gestellten Fragen nicht irgendwie öffentlich werden? Das war aber nebensächlich.

Möglichkeiten, um WhatsApp in der Rekrutierung einzusetzen

Eine Aktion wie oben beschrieben ist ideal, um Abonnenten für einen WhatsApp Kanal zu sammeln. Dieser sollte allerdings unbedingt auch nach einem Aktionstag weiterhin mit Infos gefüllt werden. Zum Beispiel könnte man einen Q&A Chat mit verschiedenen Stelleninhabern veranstalten, welche ihren Arbeitsalltag genauer vorstellen. Natürlich kann man auch neue Vakanzen über diesen Kanal ausschreiben. Ausbilder könnten via diesen Kanal Fragen zu Ausbildungsplätzen beantworten. Interessant ist dabei ja auch, dass die Personaler damit auch mit den Bewerbern in den Dialog treten und herausfinden können, was diese beschäftigt und welche Informationen allenfalls vermehrt öffentlich zur Verfügung gestellt werden sollten. Empfehlenswert ist, sich vorab zu überlegen, welche Themen sich dafür eignen, in diesem Medium diskutiert zu werden. Bei wirklich sensitiven Personal-Themen gilt es sicherlich, die Bedenken in Sachen Datenschutz zu berücksichtigen.

Haben Sie schon Erfahrungen mit Message-Diensten im Recruiting gemacht?

 

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