Employee Referral ist, wenn Mitarbeitende neue Mitarbeitende empfehlen - oft sind es private Kollegen oder Bekannte

Wenn Mitarbeitende Mitarbeitende empfehlen – Employee Referral

Mitarbeiterempfehlungsprogramme, respektive Employee Referral, gibt es schon eine Weile. Höchste Zeit also, diese einmal genauer unter die Lupe zu nehmen: Was taugen sie? Und worauf müssen Sie als HR achten, wenn Sie ein solches Programm aufsetzen möchten? Lesen Sie mehr darüber in diesem Blogbeitrag.

Es gibt viele Gründe, warum Sie in Ihrem Unternehmen ein Employee Referral-Programm anbieten sollten. Im Folgenden wird auf einige davon kurz eingegangen:

Bindung
Wer über einen bestehenden Mitarbeitenden in eine Firma gelangt, ist diesem Unternehmen mehr verbunden, als ein Kandidat, der über eine Karriereseite auf die Stelle kam. Immerhin konnte er sich bereits vor der Bewerbung mit dem Mitarbeitenden der Firma gründlich austauschen und vielleicht gar bereits kritische Aspekte in Erfahrung bringen. Bewirbt sich der Kandidat nach diesem ehrlichen und offenen Austausch, hat er bereits ein realistisches Bild des Unternehmens. Oft haben diese Kandidatinnen und Kandidaten zudem bereits ein tieferes Verständnis für die Arbeitspraktiken und den Abläufen im Daily Business.

Rekrutierungsdauer
Je länger der Bewerbungsprozess dauert, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Kandidaten während des Verfahrens abspringen. Verglichen mit dem Bewerbungsprozess von herkömmlich eingegangenen Bewerbungen, dauert es weniger lange, jemanden einzustellen, der von einem Mitarbeitenden empfohlen wurde. Im besten Fall ersparen Sie sich dann nämlich die Vorsondierung des CVs oder das aufwändige Prüfen der Referenzen. Dass eine kurze Rekrutierungsdauer tiefere Kosten mit sich bringt, muss wohl nicht extra erwähnt werden.

Cultural Fit
Vielleicht erging es Ihnen auch schon so: Ein Kandidat überzeugte eigentlich mit seiner beruflichen Erfahrung und konnte die nötigen Skills vorzeigen – und trotzdem haben Sie ihn nicht eingestellt. Vielleicht, weil Sie das Gefühl hatten, dass er nicht ins Unternehmen passt…? Ein kultureller Fit muss gegeben sein, damit neue Mitarbeitende optimal performen können und eine angenehme Zusammenarbeit mit ihm möglich ist. Die Chance, dass der Cultural Fit gegeben ist, steigt dann, wenn der entsprechende Kandidat von einem bestehenden Mitarbeitenden empfohlen wird. Letzterer wird im Normalfall gut einschätzen können, ob der Kandidat «vom Typ her» zum Unternehmen passt und dieselben Werte vertritt.

Sie sehen: Mitarbeiterempfehlungen bringen viele Vorteile. Dabei ist es allerdings wichtig, dass Sie als HR einige Punkte beachten oder sicherstellen:

Offizielles Programm
Informieren Sie alle Mitarbeitenden ausreichend über das Angebot des Mitarbeiterempfehlungsprogramms. Praktisch ist etwa, wenn die Mitarbeitenden direkt über das Intranet einen Kollegen empfehlen können. Abgesehen von der internen Kommunikation, muss aber auch der Ablauf des Angebots sichergestellt sein: Wer nimmt die eingegangenen Empfehlungen an? Wer gibt dem Mitarbeitenden nach dessen Empfehlung Feedback zum Kandidaten? Wer kontaktiert den empfohlenen Kandidaten? Diese Fragen sollten geregelt sein – andernfalls werden Sie nicht nur den externen Bewerber, sondern auch den bestehenden Mitarbeiter frustrieren.

Mehr als nur finanziellen Anreiz
Das Programm bietet Ihren Mitarbeitenden mehr als nur eine Prämie. Sie haben die Chance, Einfluss darauf zu nehmen, wer in der Firma arbeitet. Dadurch können sie indirekt gar das Arbeitsklima mitbestimmen. Ist das Ihren Mitarbeitenden nicht klar, ist der Zweck des Mitarbeiterempfehlungsprogramms verfehlt: Dann werden die Mitarbeitenden willkürlich Vorschläge machen, nur um in den Genuss einer Prämie zu kommen.

Kein Druck
Der empfohlene Mitarbeitende entpuppt sich als weniger geeignet als gedacht? Stellen Sie als HR sicher, dass die Person, die ihn empfohlen hat, nicht dafür verantwortlich gemacht wird. Entsteht im Rahmen des Programms eine Vorwurf- oder Schuldkultur, wird sich früher oder später niemand mehr am Mitarbeiterempfehlungsprogramm beteiligen. Die Haltung «Lieber niemanden vorschlagen, als jemand falsches» darf auf keinen Fall entstehen.

 

Haben Sie bei Ihnen im Unternehmen ein Employee Referral Programm? Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?

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