Jan Hawliczek hat ein Personalmarketingungernehmen und beantwortet Fragen zum Active Sourcing.

Voraussetzungen für erfolgreiches Active Sourcing – Interview mit Jan Hawliczek

Prospective führt mehrmals pro Jahr das modular aufgebaute Sourcing Lab mit Fokus Active Sourcing durch, das bei Recruitern verschiedenster Branchen auf grosses Interesse stösst. Wir haben Kursleiter Jan Hawliczek, der mit «die grüne 3» eine eigenes Pesonalmarketingunternehmen führt, ein paar Fragen zum Thema Active Sourcing gestellt.

1. Jan, wie kommt man auf einen Firmennamen wie «die grüne 3»?

Der Name ist eigentlich übernommen vom Blog, den ich damals mit zwei Freunden gegründet habe. Wir waren drei Leute, die im Recruiting und Sourcing schon ziemlich viel ausprobiert hatten, und zwar zu einer Zeit, als das noch nicht so üblich war. Über unsere Erkenntnisse haben wir angefangen zu bloggen und dafür haben wir einen Namen gesucht. Weil wir drei Leute waren, die in zwei Firmen miteinandergearbeitet haben, die beide grüne Logos hatten, entschieden wir uns bei einem Bier für «die grüne 3». Nachdem sich meine beiden Kollegen beruflich in eine andere Richtung entwickelten, habe ich mich selbstständig gemacht und den Namen übernommen. «die grüne 3» war in der Szene bereits ein Begriff, deshalb gründete ich «die grüne 3 GmbH»

2. Welche sind aus deiner Sicht die wichtigsten Veränderungen im Tätigkeitsbereich eines Sourcers?

Ich verteile das immer auf verschiedene Bausteine. Für den Sourcer selbst ändert sich sehr viel, aber auch für sein Umfeld im Unternehmen. Ich kann nicht einfach einen Sourcer einstellen und hoffen, dass sich dadurch der Kanal «Direktansprache» automatisch öffnet. Im Unternehmen selbst müssen für den Sourcer nämlich die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Durch Sourcing kann man auf eine komplett neue Zielgruppe zugehen, die sich ansonsten nie beworben hätte – man holt sich Kandidaten ins Haus, keine Bewerber. Wenn ich als Sourcer jemanden anspreche, dann versuche ich, diese Person vom Unternehmen zu überzeugen. Anders geht es nicht, denn wenn man zwar einen Sourcer beschäftigt, der Kandidaten liefert, diese dann im Laufe des Prozesses aber wie Bewerber behandelt, wird es mit der Anstellung nicht funktionieren.

Aber natürlich ändert sich auch einiges für den Recruiter selbst. Er muss sich z.B. technisch deutlich tiefer in den Bereichen auskennen, für die er rekrutiert, damit er einerseits die passende Person identifizieren und diese dann andererseits richtig ansprechen kann. Wir als Recruiter bzw. Sourcer müssen verstehen, was die Personen der entsprechenden Zielgruppe tun, wo sie sich aufhalten und wie wir diese auf passende Weise ansprechen und so für uns gewinnen können. Dabei ist auch ausschlaggebend, dass sich Sourcer in der technischen Datenbanksuche auskennen und über grundlegendes Internet-Know-how verfügen. Weiter kommt Organisationsgeschick hinzu sowie das Wissen, mit welchen Tools wie gearbeitet werden kann. Ein Recruiter sollte aber sicher auch empathisch sein und über Vertriebs- und Sales-Geschick verfügen. Das ist zentral, wenn die Zielgruppe begeistert werden soll. Und, zu guter Letzt: Es geht nichts über ein gutes, aktives und vor allem langfristiges Netzwerk auf den Plattformen, die man nutzt.

3. Die Verlagerung der Stellensuche ins Internet ist alles andere als neu. Die Entwicklungen sind nicht nur sehr dynamisch, sondern vollziehen sich rasend schnell. Welche Voraussetzungen sind für Recruiter besonders wichtig, um den Anschluss nicht zu verlieren und das Internet und die entsprechenden Plattformen gewinnbringend nutzen zu können?

Das kommt immer auf die Zielgruppe an. Es gibt etwa auch solche, bei denen das Internet nicht die Lösung für alles ist. Für uns als Recruiter ist es sehr wichtig, dass wir uns mit der Zielgruppe beschäftigen und uns entsprechend ausrichten. Ich sehe viele Recruiting-Abteilungen, die auf einer Insel leben und sich nur mit den für sie relevanten Themen beschäftigen und zum Beispiel online eher zurückhaltend sind. Aber das Agieren auf kleinem Raum wird nicht mehr lange funktionieren. Man muss sich neuen Themen öffnen und das Internet zum Aufbau eines Netzwerks nutzen. Denn ein solches hilft enorm. Man sollte also immer versuchen, mit Leuten ins Gespräch zu kommen – sei es online oder offline –, sich auszutauschen, Ideen zu spinnen und auch einfach mal umzusetzen. Wir müssen ausbrechen und uns in unserem Unternehmen als Experten positionieren. Das vergessen ganz viele im Recruiting: Wir sind nicht nur Dienstleister, sondern auch operativ tätig. Wir müssen weg vom Business Partner hin zum Part of the Business. Denn: Wenn ein Unternehmen keine passenden Kandidaten mehr findet, dann wird auch dessen Fortbestand in der Zukunft schwierig. Recruiter bringen also einen Mehrwert fürs gesamte Business. Das ist die Voraussetzung, die wir im Unternehmen schaffen müssen, da gehören alle dazu.

Im zweiten Teil des Interviews erklärt Jan Hawliczek, was einen guten von einem sehr guten Ressourcer unterscheidet und zeigt auf, wie man die besten Kandidaten fürs Unternehmen findet – mit oder ohne Active Sourcing.

Das nächste Sourcing Lab findet am 19. und 20. November (Modul 1) sowie am 21. und 22. November 2019 (Modul 2) statt. Anmeldungen sind bereits jetzt möglich.

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