Teilzeit + Teilzeit = Vollzeit! So funktioniert Jobsharing

2 Leute, 1 Stelle – wie geht das? Mit Job Sharing. Bei diesem Modell teilen sich zwei oder mehr Mitarbeitende eine Stelle mit gemeinsamer Verantwortung. Lesen Sie mehr über die verschiedenen Ausprägungen von Jobsharing und erfahren Sie, worauf Sie bei der Rekrutierung von Mitarbeitenden, die sich eine Stelle teilen, achten sollten.

Von Jobsplitting bis Topsharing – Ausprägungen von Jobsharing

Der Volksmund macht oft keinen Unterschied zwischen den einzelnen Modellen von Jobsharing: Dass aber nicht alles, was mit Arbeitsplatzteilung zu tun hat, in denselben Topf gehört, sehen Sie in der folgenden Aufteilung:

Jobsplitting
Bei Jobsplitting geht es um zwei Teilzeitstellen, die getrennt voneinander durchgeführt werden. Die beiden Mitarbeitenden haben dasselbe Aufgabenprofil und müssen wenig bis gar nicht untereinander interagieren oder kooperieren. Bei diesem Modell geht es ausschliesslich darum, die Arbeitszeit aufzuteilen. Dies ist meist nur bei einfacheren oder repetitiven Tätigkeiten möglich: A betreibt von Montag bis Mittwoch telefonische Kundenakquise, während B am Donnerstag und Freitag auf der Telefonliste dort weitermacht, wo A aufgehört hatte. Verlässt der eine Partner das Unternehmen, besteht das Arbeitsverhältnis zum anderen weiter. Die beiden Mitarbeitenden sind also auch vertraglich unabhängig voneinander.

Jobpairing
Das Jobpairing unterscheidet sich vom Jobsplitting insofern, als dass die Partner gemeinsam Verantwortung tragen. Sie arbeiten nicht unabhängig, sondern miteinander. Dementsprechend tauschen sich Jobpairing-Partner regelmässig aus und entscheiden gemeinsam. Dabei empfiehlt es sich, einen halben Tag “überlappend” zu arbeiten, d.h. dass beide vor Ort sind und sich die Tätigkeiten sauber übergeben. Ist dies nicht möglich, muss der Zwischenstand aller Arbeiten sauber notiert und abgelegt sein. Was den Vertrag betrifft, ist es am besten, wenn die beiden Mitarbeitenden getrennte Teilzeitverträge erhalten und so vertraglich unabhängig voneinander sind.

Topsharing
Unter Topsharing wird das Teilen eines Arbeitsplatzes in einer Kaderposition verstanden – die beiden Partner teilen sich quasi den Chefsessel. Die beiden Führungskräfte tragen gemeinsam Verantwortung und treffen wichtige Entscheidungen zusammen. Einwandfreie Kommunikation und rascher Austausch ist das A und O bei Topsharing.

 

Die ideale «Jobsharing-Persönlichkeit»

Sie planen, eine Stelle von mehreren Kandidaten besetzen zu lassen? Gute Idee! Aber aufgepasst bei der Wahl der beiden Jobsharing-Partner: Diese müssen gewisse Voraussetzungen mitbringen – andernfalls ist das Modell der Arbeitsteilung von Anfang an zum Scheitern verurteilt.

Die Chemie muss stimmen
Bevor über alles andere diskutiert wird, muss eine Bedingung erfüllt sein: Die beiden Jobsharing-Partner müssen sich mögen. Gerade beim Jobpairing ist dies oftmals bereits gegeben, weil sich die beiden normalerweise gleich als Team bewerben. Ist dies nicht der Fall, müssen Sie als Recruiter in Erfahrung bringen, ob die beiden ausgewählten Jobsharing-Partner einen guten Draht zueinander finden. Hat der eine von beiden ein mulmiges Gefühl, soll die Zusammenarbeit gar nicht erst gestartet werden. Sympathie und Vertrauen bilden die Basis für ein erfolgreiches Jobsharing – denn am Ende sind bei Fehlern und Fehlentscheidungen immer beide dafür verantwortlich.

Organisations- und Kommunikationstalent
Einzelplayer und Alphatiere haben in einem Jobsharing nichts zu suchen. Teamwork ist angesagt! Und dafür braucht es Mitarbeitende, die gut miteinander kommunizieren können. Die beiden Jobsharing-Partner müssen sich regelmässig austauschen und wichtige Informationen weitergeben. Zudem müssen unbedingt Leute eine Jobsharing-Position besetzen, die strukturiert arbeiten und verlässlich dokumentieren. Das Sitzungszimmer ist gebucht? Herr Meyer muss am Donnerstag zurückgerufen werden? Die Einladungskarten sind im Druck? Der Stand jeder Aufgabe muss irgendwo notiert sein. Andernfalls ist das Chaos im Büro vorprogrammiert…

Kompromissbereitschaft
Ein Vorteil bei Teamwork ist, dass man Entscheidungen gemeinsam fällen kann – aber auch muss. Sind sich die beiden Jobsharing-Partner nicht einig, muss der eine einen Kompromiss eingehen. Achten Sie bei der Rekrutierung darauf, dass der Kandidat oder die Kandidatin gewillt ist, die gemeinsam beste Lösung zu finden – und nicht um jeden Preis seine Meinung durchsetzen möchte.

 

Fazit zum Jobsharing

Jobsharing kann auf allen Stufen und in allen Bereichen erfolgen. Eine Herausforderung ist es, passende Partner für die gemeinsame Stelle zu finden. Hier ist von den Recruitern bei der Auswahl Fingerspitzengefühl und gute Menschenkenntnisse gefragt. Haben sich aber zwei passende Jobsharing-Partner gefunden, so taugt das Arbeitszeitmodell auf jeden Fall: Denn Doppelbesetzung ist doppeltes Wissen und eine doppelte Portion Energie!

 

Was halten Sie von Jobsharing? Erstrebenswert oder doch lieber 1 Stelle = 1 Person?

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