Mitarbeiter Beziehung zu Vorgesetzten

Studie: Wie viel Nähe wünschen sich Arbeitnehmende?

Facebook-Daumen hoch für die Chefin? Oder mit dem Chef auf ein Bier? Das Business-Netzwerk Xing untersucht, wie sich Arbeitnehmende ihre Beziehung zu Vorgesetzten vorstellen.

Neue Auswertungen zeigen, wie Angestellte in der Deutschschweiz ihre Beziehung zu hierarchisch höher gestellten Mitarbeitenden gestalten. Nachfolgend die spannendsten Erkenntnisse einer Studie des Business-Netzwerkes Xing:

Vernetzt im Web

Knapp die Hälfte (48 Prozent) der Umfrageteilnehmenden aus der Deutschschweiz ist über klassische Social-Media-Plattformen wie Facebook mit Vorgesetzten verbunden – wobei Frauen etwas zurückhaltender sind (43 Prozent vernetzt) als Männer (52 Prozent vernetzt).

Daneben zeigt sich: Je mehr Arbeitnehmende verdienen, desto eher «networken» sie mit ihren Chefs auf Business-Plattformen. So sind rund vier von zehn (39 Prozent) Angestellten aus der höchsten Einkommensklasse via Xing mit ihren Chefinnen und Chefs verbunden, während bei Personen mit tieferen Einkommen weniger als jede und jeder Sechste (13 Prozent) mit Vorgesetzten via Business-Plattform verbunden ist. Da die Studie von Xing initiiert wurde, lässt diese die Konkurrenz-Plattform LinkedIn aussen vor – die Zahlen dürften vergleichbar sein.

Chancen für Teilzeit-Mitarbeitende

Ein weiterer Unterschied zwischen ArbeitnehmerInnen mit hohen und tiefen Einkommen: Wer weniger verdient, ist eher via Facebook (28 Prozent) mit der Chefin oder dem Chef verbunden als einkommensstärkere Gruppen (13 Prozent).

Bei Teilzeitangestellten ist festzustellen, dass diese sich deutlich seltener über berufliche Online-Netzwerke (19 Prozent) mit hierarchisch übergeordneten Personen verbinden als Vollzeitangestellte (34 Prozent). Hier sehen die StudienautorInnen Potenzial, da Teilzeitmitarbeitende besonders stark von einer guten Vernetzung profitieren würden.

Offene Ostschweizer, zurückhaltende(re) Berner

Rund vier von zehn Befragten (42 Prozent) treffen sich ausserhalb der Arbeitszeit mit ihren Vorgesetzten auf einen Drink oder ein Feierabendbier. Berufstätige in der Ostschweiz sind dabei etwas geselliger als der Durchschnitt – 47 Prozent der Angestellten zwischen Mostindien und dem Calanda-Gebirge trinken «gelegentlich» etwas mit der Unternehmensleitung.

BernerInnen hingegen sind reservierter als der Durchschnitt, 35 Prozent der Arbeitnehmenden aus der Hauptstadt-Region treffen sich nach Feierabend mit ihren Chefinnen oder Chefs. Ein «Fun Fact» am Rande: 28 Prozent der Befragten rund um die Hauptstadt würden auch dann nicht mit Vorgesetzten zum Bier, wenn sie «Gelegenheit dazu hätten».

Karriere-Boost oder Fettnäpfchen?

Firmen-Anlässe (und potenzielle Fettnäpfchen) wie alljährliche Weihnachtsessen zeigen, dass ein Drittel (34 Prozent) der Befragten im Alter zwischen 35 und 39 Jahren bereit ist, sich bei Gelegenheit neben die Chefin oder den Chef zu setzten, während über alle Alterskategorien der Schnitt markant tiefer liegt (bei 26 Prozent). Die Studienautoren interpretieren dies als Indiz dafür, dass bei Arbeitnehmenden im Alter zwischen 35 und 39 Jahren Karriere-Gedanken im Vordergrund stehen. Der Führung aktiv aus dem Weg geht bei solchen Events übrigens nur rund jeder zehnte Befragte (12 Prozent).

Über die Studie

Im Auftrag des Online-Business-Netzwerk Xing erstellte das Meinungsforschungsinstitut Marketagent Ende 2017 die Studie zum Thema «Nähe und Distanz zu Vorgesetzten». 1003 in der Deutschschweiz berufstätige und «web-aktive» Personen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren wurden dazu über ein «quotengesteuertes Zufallsverfahren» ausgewählt, die Resultate der Studie sollen laut Xing repräsentativ sein.

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