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Stellenmeldepflicht 2022 – was ist neu?

2014 wurde die Initiative «Gegen Masseneinwanderung» angenommen. Deswegen müssen Unternehmen offene Stellen melden, die eine erhöhte Arbeitslosenquote aufweisen. Dadurch erhalten beim RAV angemeldete Personen einen Vorsprung. Das Ziel: Das Potenzial der inländischen Kräfte besser zu nutzen, um so einen Inländervorrang zu gewährleisten. Welche Berufe unter die Meldepflicht fallen, wird immer im vierten Quartal eines Jahres für das Folgejahr festgelegt. Auch für das Jahr 2022 sind Berufsarten hinzugefügt worden.

So verläuft der Prozess

Seit dem 1. Juli 2018 sind Arbeitgeber dazu verpflichtet, offene Stellen, die eine 8-prozentige Arbeitslosenquote aufweisen, dem RAV zu melden.  Seit dem 1. Januar 2020 wurde der Schwellenwert auf 5 % gesenkt. Doch was genau müssen Arbeitgeber im Falle von offenen Stellen nun tun? Der Prozess ist einfach: Werden Mitarbeitende im Unternehmen gesucht, muss zunächst auf arbeit.swiss nachgeschaut werden, ob die Stellen meldepflichtig sind. Ist dies der Fall, muss die HR-Abteilung dem RAV die Stellenanzeige durchgeben. Das kann online über das Portal auf arbeit.swiss, telefonisch oder persönlich erfolgen. Anschliessend erfolgt eine fünftägige Sperrfrist. Während dieser Zeit darf das Unternehmen keine öffentliche Stellenausschreibung machen. Die beim RAV angemeldeten Stellensuchenden profitieren nun von einem Informationsvorsprung und können sich aus eigenem Antrieb beim Unternehmen melden. Gleichzeitig prüft auch das RAV passende Dossiers und leitet diese weiter. Gibt es keine passenden Kandidaten, wird auch diese Information mitgeteilt. Wichtig zu wissen: In keinem der Fälle wird die Sperrfrist verkürzt. Danach prüft das Unternehmen, ob sich unter den eingesendeten Dossiers Kandidaten eignen oder nicht. Diese Informationen müssen nach der Prüfung dem RAV durchgegeben werden.

Wer sich nicht an die Meldepflicht hält, muss mit einer Anzeige und einer Geldstrafe von bis zu 40’000 CHF rechnen.

Gibt es Ausnahmen?

Wenn die Stellen durch interne Mitarbeitende besetzt werden können, die seit mindestens 6 Monaten ohne Unterbruch im Unternehmen arbeiten, fällt die Meldepflicht weg. Auch bei einer Beschäftigung, die maximal 14 Kalendertage andauert oder wenn die Stellen durch Personen, die beim RAV angemeldet sind, besetzt werden, ist keine Meldepflicht nötig.

Dasselbe gilt bei Personen, die mit Zeichnungsberechtigten im Unternehmen durch Ehe oder durch eingetragene Partnerschaft verbunden oder in gerader Linie oder bis zum ersten Grad in der Seitenlinie verwandt oder verschwägert sind.

Bitte beachten Sie: Praktika und Lehrstellen unterliegen Sonderregelungen. Informieren Sie sich auf arbeit.swiss.

Funktioniert die Meldepflicht auch wirklich?

Eine Frage, die wohl automatisch erfolgt. Aufgrund dessen hat das SECO Ende November 2019 einen Bericht zum Vollzugsmonitoring publiziert. Ein Zweiter erfolgte im Juni 2021. In diesem wurden vier Evaluationen in Auftrag gegeben, um die Stellenmeldepflicht in ihrer Einführungsphase vertiefter zu durchleuchten und zu prüfen. Beide Berichte bestätigen, dass Arbeitgeber sich an die Meldepflicht halten und diese gesetzeskonform umsetzen.

Diese Berufe sind neu im Jahr 2022 meldepflichtig
  • Verkäufer/innen in Handelsgeschäften
  • Fachkräfte in Marketing und Werbung
  • Grafik- und Multimediadesigner/innen
  • Lackierer/innen und verwandte Berufe
  • Reiseverkehrsfachkräfte

Die gesamte Liste können Sie auf  www.arbeit.swiss finden.

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