Social Networks am Arbeitsplatz verbieten?

Soziale Netzwerke werden längst nicht mehr nur im privaten Umfeld verwendet: Gemäss einer Studie aus Deutschland der Unternehmungsberatung Accenture möchten 14- bis 32-Jährige in ihrem Berufsleben gerne moderne Anwendungen wie z.B. Social Networks (Facebook, …) benutzen können.

Auch wenn viele Arbeitgeber es nicht wissen (oder nicht wahrhaben wollen) – jeder dritte Berufstätige in diesem Alterssegment kommuniziert im Berufsalltag über Social Network – Plattformen oder Instant Messaging. Viele Studierende und Schüler erwarten (65 Prozent aller Befragten), dass ihr potenzieller zukünftiger Arbeitgeber diese modernen Technologien von sich aus zur Verfügung stellt. Viele Unternehmen riskieren daher, motivierten und qualifizierten Nachwuchs zu vergraulen, falls sie dies nicht tun.

Verbieten oder erlauben?

Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind verunsichert, ob ihr Arbeitgeber es erlaubt, Anwendungen wie Facebook im Büro einzusetzen  und z.B.  für die Informationssuche über Kunden zu gebrauchen. Jeder fünfte Berufstätige kennt keine genauen Anweisungen dazu. Von denjenigen, die allfällige Richtlinien erhalten haben, setzt sich jeder Zehnte über ein Verbot hinweg. Viele verwenden die Plattform auch für private Angelegenheiten.

Tönnies von Donop, Geschäftsführer des Bereichs System Integration & Technology bei Accenture, sieht in Verboten den falschen Weg. Seiner Meinung nach sollten Unternehmungen die Möglichkeiten dieser Angebote besser nutzen. Dadurch dass Prozesse internetbasiert und in Echtzeit abgewickelt würden, lasse sich Geld und Zeit sparen. Daher sollten die Unternehmen die Plattformen von sich aus anbieten und nicht verbieten.

„Ausgefacebooked“ bei Schweizer Unternehmen

Grosse Schweizer Firmen wie z.B. die Post oder die SBB gehen jetzt aber genau den anderen Weg: Facebook am Arbeitsplatz wurde verboten, wenn auch mit unterschiedlichen Begründungen – die Post sieht Facebook als Sicherheitsrisiko, da dadurch Viren transportiert werden könnten oder Kriminelle unter falscher Identität in das System eindringen, sich Zugang zu sensiblen Daten verschaffen könnten. Auch die UBS hat aus diesem Grund den Mitarbeitern ein Facebook-Verbot verhängt.

Die SBB hingegen begründet das Verbot damit, dass Facebook während der Arbeit zu viel für private Zwecke genutzt worden sei.

Fazit

Die Meinungen zum Thema Social Networks am Arbeitsplatz gehen auseinander: Die einen sehen es als grosse Chance für Unternehmen, die anderen hingegen als grosse Gefahr. Vielleicht findet sich im Kompromiss eine vernünftige Lösung, von der alle profitieren können: Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Eine Win-win-Situation sozusagen. Jedenfalls möchten jüngere Arbeitnehmer während der Arbeitszeit auf ihre Sozialen Netzwerke zugreifen können. Das beweisen Studien.

2 Comments
  • Sam Steiner

    19. Februar 2009 at 18:16

    Facebook & Co. am Arbeitsplatz verbieten – naja, da gehen die Meinungen auseinander. Es kann durchaus so sein, dass in gewissen Firmen es keinen bzw weniger Sinn macht, Facebook offen zu lassen (ich denke da zB an Banken).

    Allerdings sollten Firmen meiner Meinung nach viel vorsichtiger sein mit solchen Verboten, als sie bisher scheinbar waren. Bevor Verbote gesprochen werden, sollten sich Firmen mit der Materie auseinandersetzen und wirklich lernen, damit umzugehen. Die Facebook-App auf dem iPhone der Mitarbeiter wird man schliesslich nur schwer verbieten können.

    Gerade in der Schweiz ist Facebook mit 1.3 Millionen Mitgliedern (von 7 Millionen Einwohnern) eine riesige Chance für Firmen, die bislang nur wenig genutzt wird. Firmen lernen eben sehr langsam im Web-Bereich.

  • […] • Sicherheitsrisiko: Viele Firmen haben Angst davor, sich durch Soziale Netzwerke Hacker-, Phishing-, Viren- oder Spionage-Attacken auszusetzen. Aus diesem Grund wurden in der Vergangenheit Facebook & Co. in vielen Unternehmen gesperrt (Beispiel: UBS, Die Post, …). Andere Unternehmen wie beispielsweise die SBB begründen das Verbot damit, die Netzwerke seien „zu viel für private Netzwerke benutzt worden.“ An dieser Stelle empfehlen wir unseren Artikel „Social Networks am Arbeitsplatz verbieten?“. […]

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