Social Media Employer Branding – oder wie Unternehmen ihren guten Ruf ausbauen können

In der strategischen Unternehmensführung ist man sich der tragenden Rolle der eigenen Arbeitgebermarke durchaus bewusst. Die Herausforderung im Zeitalter von Social Media liegt darin, dass das Image von Dritten abhängt und schlecht kontrolliert oder gesteuert werden kann. Damit man sich von der Konkurrenz abzuheben, Präsenz zeigen und die Bekanntheit  für potenzielle Bewerber steigern kann, ist man auf die Hilfe von Sozialen Netzwerken angewiesen – dies bestätigt eine neue Studie.

70% der offenen Stellen durch das Internet besetzt

Zu dieser Erkenntnis kommt die Studie ‚Recruiting Trends 2010‘ des Centre of Human Resources Information Systems der Universitäten Bamberg und Frankfurt/M – ähnliche Resultate wie wir sie seit geraumer Zeit auch in der Schweiz beobachten. Printmedien verlieren deutlich an Einfluss und sind schon jetzt nur noch für die Besetzung von rund 15% der Stellen verantwortlich. Das Internet bietet mit Sozialen Netzwerken, mobile Applications und Weblogs vielfältige Möglichkeiten, wie sich Unternehmen in Szene setzen können, ohne dabei an Glaubwürdigkeit oder Renommee einzubüssen – im Gegenteil. Vor allem Grosskonzerne und international agierende Unternehmen setzen vermehrt auf das Internet, da sie mit diesen Mitteln auch die gewünschten Ziele erreichen können.

Facebook Pages – Mehrwert zum Nulltarif

Wie neueste Erhebungen zeigen, bietet Facebook einen Zugang zu fast allen Altersgruppen. Insbesondere das Alterssegment der 20-29 Jährigen ist auf dem Social Network stark vertreten. Die Vorteile der Plattform liegen auf der Hand. Der einfache Dialog mit den Usern und die Möglichkeit der direkten Einflussnahme durch das Einbinden von multimedialen Inhalten oder zusätzlichen Kanälen wie Twitter oder YouTube, ermöglichen den Auf- und Ausbau einer eigenen Markenpersönlichkeit. Gleichzeitig stellt das Reporting der Facebook-Seite Informationen über die Besucher und deren Verhalten zur Verfügung, welche in Kombination mit den Ergebnissen der SEO eine fundierte Einschätzung der eigenen Aktivitäten erlaubt. Nicht zu vergessen sind die viralen Effekte, welche sich durch soziale Netzwerke entwickeln können. Anstrengungen wie sie die Otto-Gruppe , die Swiss International Airlines oder auch die Swisscom in der unmittelbaren Vergangenheit unternommen haben, bieten den Anspruchsgruppen einen deutlichen Mehrwert – seien dies nun Kunden, potenzielle Mitarbeiter oder Geschäftspartner.

Rating-Sites und Bewertungsportale

Eine besonders beliebte Anwendung bieten die zahlreichen Bewertungs-Plattformen, auf welchen man sich über zahlreiche Produkte und Dienstleistungen informieren kann. High-Involvement-Angebote, welche bei Individuen eine aktive Suche nach Produkt- oder Markeninformation auslösen, werden vor dem Kauf verglichen, beurteilt  und erst dann gekauft, wenn man der Sache sicher ist. Für Reiseveranstalter, Hotels, Fernsehgeräte und immer mehr auch für Unternehmen im Allgemeinen ist diese ‚Transparenz‘ bereits Realität. Für Unternehmen spielen Seiten wie kununu.com, bizzwatch.de, jobvoting.de, evaluba.de, glassdoor.com, vault.com oder auch kelzen.com eine wichtige Rolle, da sie auf die Meinungsbildung der Jobsuchenden einen entscheidenden Einfluss haben. Die Bewertung erfolgt meistens durch ein festgelegtes Frage-Schema, welches die Vergleichbarkeit der Angebote sicherstellt und eine neutrale Meinungsbildung zulässt – Verhaltensregeln inklusive. So kann eine Firma kaum reaktiv auf das dort Geschriebene eingehen – nachträgliche Rechtfertigungen stehen bei der Community tief im Kurs und ein Versuch des Aufpolierens sämtlicher Negativdarstellungen ist schlichtweg illusorisch.

Der Königsweg – glaubwürdig von Anfang an

Bewertungsplattformen werden im Zuge des Employer Branding immer wichtiger. Kritik lässt sich im Internet kaum mehr vermeiden und das tatsächliche Angebot steht im Vordergrund. Unternehmen die sich diesem Umstand bewusst sind und sich konstruktiv mit dieser Kritik auseinandersetzen, verfügen über die einmalige Chance, sich langfristig und vorteilhaft zu positionieren. Der Dialog mit den Anspruchsgruppen auf Social Networks und die daraus entstehenden Verbesserungsvorschläge bieten einen Topf voller Ideen – praktisch zum Nulltarif. Gerade auch kleinere und mittlere Unternehmen sollten von diesen Vorteilen zusehends Gebrauch machen.

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4 Comments
  • Hüsgen

    26. April 2010 at 13:28

    Besten Dank für den Artikel. Eine kleine Ergänzung habe ich noch bezüglich der Bewertungsplattform http://www.bizzwatch.de:

    Zwar hat das Unternehmen keinen Einfluss auf Bewertungen der Nutzer, sie können aber über den Arbeitgeberzugang (der in Kürze freigeschaltet wird) für kleines Geld selber Informationen wie Unternehmensprofil, Fotos, Videos etc etc einstellen und so das Bild und die Wahrnehmung der Nutzer komplettieren. Das wird von der Community auch goutiert, denn es geht dabei nicht darum, Bewertungen schönzureden.

    Zudem sollten Unternehmen die Möglichkeit nutzen und sich der Bizzwatch-Initiative „A Company we trust“ anschließen. Hier werden vertrauenswürdige Arbeitgeber mit einem Siegel ausgezeichnet, wenn sie fünf Kriterien erfüllen. Das Ganze ist kostenlos und zahlt in höchstem Maße auf das Arbeitgeber-Image ein.

    Viele Grüße
    Jörn Hüsgen

  • Joachim Diercks

    27. April 2010 at 9:19

    Wir haben insb. zum Aspekt der „Authentischen Arbeitgebermarke“ kürzlich gebloggt. Die Fragestellung: Was haben eigentlich >>die ärzte<< mit Employer Branding zu tun? Zu finden unter http://blog.recrutainment.de/2010/04/22/kommunikation-einer-authentischen-arbeitgebermarke/

  • Renate

    26. September 2010 at 22:42

    Echt hilfreich. Herzlichen Dank hierfür.

  • madmen

    13. Oktober 2010 at 21:36

    Facebook . com has definitely changed just how I truly do business, and all businesses with the social factor, this keeps it more accountable, and tends to make business a lot more trustworthy.

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