Rekrutierung per Live Stream App – der neue Trend im 2015?

Video-Interviews sind heutzutage in vielen Firmen bereits weit verbreitet, es werden Apps fürs Recruiting eingesetzt und Mobile-Karriereseiten sind mittlerweile Pflicht. Wie sieht der nächste Trend aus? Wir tippen auf Rekrutierung per Live Stream App und erläutern in diesem Artikel, wie dies funktionieren könnte.

Bis dato gibt es vor allem zwei Streaming-Dienste, welche in den letzten Monaten stark aufgekommen sind. Die für eine Zeit sehr stark gehypte App „Meerkat“, welche Live-Videos direkt via Push-Nachricht an die eigenen Twitter-Follower sendet. Kurz darauf hat Twitter seine eigene App „Periscope“ auf den Markt gebracht, mit welcher ebenfalls „Real Time“ Videos produziert und weiterverbreitet werden können. Und so funktioniert das Ganze: Wer Periscope aktiviert, informiert seine Twitter-Follower darüber, dass er jetzt live ist. So sind der Video-Produzent und der Nutzer, welcher die Videos anschaut, direkt live miteinander verbunden. Die Kommunikation ist dabei keine Einweg-Strasse: Der User, welcher den Video anschaut, kann dem Produzenten Nachrichten senden oder durch das Drücken der „Herz“-Funktion kurz signalisieren, dass er den präsentierten Inhalt toll findet.

Meerkat und Periscope für Rekrutierung

Wie könnte Rekrutierung via Live-Stream aussehen?

Wer mit Hilfe von diesen beiden Apps rekrutieren will, sollte als Voraussetzung schon für eine Weile auf dem Netzwerk Twitter unterwegs gewesen sein (siehe hier unsere Tipps zum Thema)  und einige Follower haben. Eventuell wurden sogar schon mal Twitter Ads im Recruiting eingesetzt. So oder so muss man bereits ein Netzwerk aufgebaut haben, bevor es Sinn macht, solche Live-Streams zu planen.

Ebenfalls ein nicht unwichtiges Detail: Wer vorhat, einen Live-Stream von einer gewissen Länge zu realisieren, muss sicherstellen, dass zum einen genügend Akku auf dem Smartphone vorhanden ist – denn diese Streams sind richtige Akku-Fresser. Zum anderen empfiehlt es sich, den Zugang via WLAN-Netz zu tätigen – ansonsten ist die monatliche Datenmenge auf dem Smartphone unter Umständen schneller aufgebraucht als gewollt.

Wenn alle technischen Vorkehrungen getroffen sind, geht es an die konkrete Umsetzung. So gibt es beispielsweise die Möglichkeit, eine Vakanz per Live-Stream anzukündigen. Oder eine Frage/Antwort Session mit einer Person aus der Führungsetage oder aus dem HR zu machen, bei welcher Kandidaten direkt Fragen stellen können. Ebenso könnte man die Arbeitsinhalte einzelner Jobs ausführlich vorstellen, als dies in wenigen Zeilen bei einem Stelleninserat möglich ist. Mitarbeiter könnten Testimonials abgeben und auch hier würde die Möglichkeit bestehen, dass Kandidaten sich direkt mit Fragen an Mitarbeiter der Firma wenden. Wer an einer Jobmesse teilnimmt, könnte so ebenfalls live davon berichten. Auch Pressekonferenzen sind über diesen Streaming-Dienst möglich.

Unmittelbare Candidate-Experience

Die Candidate-Experience ist unbestritten sehr wichtig für das Arbeitgeberimage. Und eines steht fest: Mit diesen Streaming Apps erleben die Kandidaten eine Candidate Experience, die sehr unmittelbar ist. Da alle Videos live sind, kann auch im Nachhinein nichts mehr daran geändert oder beschönigt werden. Alle Eindrücke, welche die möglichen zukünftigen Arbeitnehmer gewinnen, sind ohne Filter. Statt einer automatisierten Standard-E-Mail als Erst-Kontakt mit der Firma erhalten sie echte Eindrücke davon, wie beispielsweise ein Arbeitsplatz aussehen würde oder wie ein Team aufgestellt ist. Die Ansprache per Video ist direkter und persönlicher – Rekrutierer und die eigenen Mitarbeiter werden dadurch noch mehr zur Visitenkarte des Unternehmens.

Bevor ein solcher Live-Streaming Dienst eingesetzt wird, sollte man dessen Nutzen für die eigene Firma also auf jeden Fall sorgfältig prüfen. Denn bei allen Vorteilen dieser Technologie gilt es, auch die Nachteile und Risiken bei deren Einsatz im Hinterkopf zu behalten.

Nutzen Sie bereits eine Live-Streaming-App auf Ihrem Smartphone? Könnten Sie sich vorstellen, diese auch fürs Recruiting zu nutzen?

 

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