“Meet the Boss”: Plattform für Führungskräfte

Dass Web 2.0-Plattformen wie z.B. Facebook oder MySpace trotz der allgemeinen Krisenstimmung momentan nicht an mangelndem Interesse leiden, ist allgemein bekannt. Seit September gibt es eine neue Anwendung, „Meet the Boss“, eigens konzipiert für Führungspersonen des Finanzmarkts. Diese Applikation erlebt gerade einen Boom.

Täglich machen neue Negativ-Schlagzeilen über den weltweiten Finanzmarkt die Runde. Diese werden natürlich ausgiebig analysiert und diskutiert. „Meet the Boss“ soll Führungskräften der Finanzbranche die Möglichkeit bieten, organisiert miteinander über Internet, E-Mail oder SMS zu kommunizieren. Desweiteren stehen moderierte Foren zur Verfügung, die zum Fachsimpeln oder zu weiteren Diskussionen einladen.

Exklusiver „Member-Club“

Bis Ende Januar 2009 konnte „Meet the Boss“ rund 30‘000 Mitglieder für sich gewinnen. Wer aber als „Normalsterblicher“ gerne Einsicht in die geheimen Konversationen der Top Shots hätte, dem bleibt der Zutritt in diese Welt verwahrt: Zugang zur Plattform erhält nur, wer von den Betreibern der Plattform als Führungspersönlichkeit der Finanzbranche eingestuft wird. Gemäss Spencer Green, Chairman von „Meet the Boss“, würden täglich rund 100 Beitrittsanfragen abgelehnt. Diese Exklusivität möchte man gerne auch in Zukunft beibehalten, bei 50‘000 Mitgliedern soll das Limit erreicht sein.

Finanzierung

Wer das strenge Selektionsverfahren überstanden hat, der kann nun von der kostenlosen Mitgliedschaft profitieren. Werbung findet man auf der Plattform praktisch keine vor. Die Kosten der Seite übernimmt der britische Fachverlag und Konferenzveranstalter GDS International. Dieser erhofft sich durch die Partizipation am Projekt eine stärkere Kundenbindung.

Laut Spencer Green soll bis anhin das Erzielen eines Gewinns nicht das Wichtigste sein. Die Kostendeckung werde aber angepeilt.

Auswirkungen der Finanzkrise

Anders als andere Unternehmungen hat „Meet the Boss“ bis jetzt nur positive Auswirkungen der Krise gespürt: Das Interesse an der Plattform ist enorm. So habe beispielsweise „der Verkehr auf unserer Seite nach Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman-Brothers um rund 60 Prozent zugenommen“.

Fazit

Dass „Meet the Boss“ mit ihrem Angebot eine Marktlücke entdeckt hat, ist unbestreitbar.

Die kommenden Monate, wenn die langfristigen Effekte der Finanzkrise zum Tragen kommen, werden zeigen, wie gut sich „Meet the Boss“ im Web 2.0-Markt behaupten kann – und ob die Plattform selbsttragend wird.

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