Beim Job Rotation wechseln die Mitarbeitenden intern die Stelle

Job Rotation – für mehr Abwechslung in der Firma

Ein Versicherungsberater, der bei der Weiterentwicklung von Versicherungsprodukten mithilft? Ein Projektmanager, der für ein paar Monate im Talent Management tätig ist? Arbeiten ist mehr als bloss Geld verdienen. Arbeitnehmende wünschen sich immer mehr Abwechslung und geistige Herausforderung im Berufsalltag. Wie man diesem Wunsch in einem Unternehmen gerecht werden kann? Mit Job Rotation! Was sich genau hinter diesem Konzept verbirgt, erfahren Sie hier.

Job Rotation – was ist das?

Job Rotation ist eine Form der Personalentwicklung, bei der Mitarbeitende während einem vordefinierten Zeitraum in einem anderen Team desselben Unternehmens arbeiten. Meistens handelt es sich dabei um einen Austausch oder Wechsel der Stelle für einige Monate. Job Rotation unterscheidet sich vom Shadowing insofern, als dass die Job Rotierenden selbständig Aufgaben ausführen. Sie schauen also nicht nur zu, wie jemand arbeitet, sondern verrichten Tasks und übernehmen Verantwortung im Team.

Ausprägungen der Job Rotation
Bei Job Rotation werden zwei Fälle unterschieden: Übernimmt der Mitarbeitende eine Stelle auf gleicher hierarchischer Ebene, spricht man von einer horizontalen Job Rotation. Gerade bei Trainee-Programmen ist dies oft der Fall: Alle paar Monate kann der Hochschulabsolvent das Team wechseln und so einen gesamtheitlichen Überblick über die Tätigkeiten des Unternehmens gewinnen. Bei der vertikalen Job Rotation hingegen übernimmt der Angestellte für ein paar Monate eine Stelle, die hierarchisch höher oder tiefer ist als seine ursprüngliche Stelle. So kann der Mitarbeiter auf eine bevorstehende Führungsposition vorbereitet werden oder das Verständnis für seine Teammitglieder erhöhen.

Ziele der Job Rotation

Flexibilität trainieren
Ein Ziel der Job Rotation ist, dass die entsprechenden Mitarbeitenden flexibel bleiben. Statt tagein, tagaus dieselben Aufgaben zu erledigen, können sie ihr Tätigkeitsfeld – und dadurch ihren Horizont – innerhalb der Firma erweitern. Sie werden vor neue Tasks und Herausforderungen gestellt und müssen mentale Anpassungsfähigkeit beweisen.

Internes Netzwerk erweitern
Arbeitsplatzwechsel bedeutet natürlich auch Teamwechsel. Die Job Rotierenden werden neue Kollegen kennenlernen und eng mit diesen zusammenarbeiten. Im besten Fall gehören die neuen Kollegen auch nach dem Austausch zum firmeninternen Netzwerk. Zusätzlicher Nebeneffekt: Wer intern gut vernetzt ist, kommt schneller zu Informationen – und bleibt wohl auch länger in der Firma tätig.

Interdisziplinarität optimieren
Ein Teamleiter, der für ein paar Monate als Recruiter arbeiten darf, wird ein besseres Verständnis für diese Arbeit gewinnen. Will der Teamleiter beispielsweise nach seiner Job Rotation eine Stelle vom HR ausschreiben lassen, versteht er besser, wie der Prozess abläuft und welche Informationen er liefern muss. Da er die Bedürfnisse der Recruiter dank der Job Rotation kennt, wird die Zusammenarbeit zwischen den beiden – also Projektleiter und Recruiter – reibungslos ablaufen. Silodenken adé!

Lernen, lernen, lernen
Wer eine Job Rotation absolviert, erledigt neue Aufgaben, lernt neue Abläufe kennen und arbeitet mit neuen Tools. Job Rotation kann also als eine Art Weiterbildung gesehen werden, bei der sich der Job Rotierende fachlich und persönlich stark weiterentwickeln kann. Und wer weiss: Vielleicht kann der Mitarbeitende gar für ein paar Monate den Firmenstandort wechseln und dabei seine Fremdsprachenkenntnisse verbessern?

Voraussetzungen für Job Rotation

Job Rotation ist eine ausgezeichnete Massnahme der Personalentwicklung – sofern gewisse Voraussetzungen erfüllt sind. Job Rotation zu erzwingen bringt nichts: Job Rotation sollen nur diejenigen Mitarbeitenden machen, die dies wünschen und Wissbegierde zeigen. Ist die entsprechende Person nicht motiviert, seine Stelle für ein paar Monate zu wechseln, wird der Lerneffekt minim sein. Ausserdem soll niemand aus seinem gewohnten Umfeld gerissen werden, wenn er das nicht will. Der Job Rotierende muss sich darauf verlassen können, dass er nach Ablauf der Job Rotation wieder seinen angestammten Arbeitsplatz übernehmen kann. Sind diese Bedingungen erfüllt, werden Sie in Zukunft noch motiviertere und gut ausgebildete Mitarbeitende haben.

 

Was halten Sie von Job Rotation? Bieten Sie dieses Programm in Ihrem Unternehmen bereits an? Wenn ja: Wie sind Ihre Erfahrungen damit?

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