Interview mit Robindro Ullah über PainPoints, Value Propositions und Blockchain im HR – Teil 1

Bereits zum dritten Mal organisiert Prospective das Innovation Lab für Recruiting und Personalmarketing. 2019 findet der Anlass am 16. und 17. Mai statt. Ebenfalls zum dritten Mal dabei ist Robindro Ullah, der Buchautor, Referent und Moderator mit langjähriger Recruitingerfahrung. Im Interview verrät er, was die diesjährigen Teilnehmer erwartet und wagt eine Prognose.

Herr Ullah, findet man noch einen Job, ohne auf einer Job-Plattform wie LinkedIn registriert zu sein?

Die Zeiten sind für Job-Suchende eigentlich ganz gut, so dass man auch ohne ein solches Profil sicherlich etwas Passendes finden kann. Wenn man es sich aber als Kandidat etwas angenehmer gestalten möchte und gefunden werden will, ist es unabdingbar. Sicherlich kommen wir langsam in eine Phase, in der der eine oder andere etwas komisch guckt, wenn man kein Business-Profil besitzt. Vielleicht erinnern Sie sich noch an die Zeiten, in denen man Visitenkarten austauschte und sich versuchte zu erklären, wenn man keine mehr hatte oder grundsätzlich keine besass. Heute keine elektronische Visitenkarte zu haben, kommt dem sehr nahe. Allerdings gilt natürlich die Daumenregel, je begehrter meine Profession, desto weniger muss ich mir um solche Dinge Gedanken machen.

Bereits zum dritten Mal kommen Sie fürs Innovation Lab nach Zürich. Gab es seit der letzten Durchführung im Mai 2018 eine bahnbrechende Veränderung?

Ja, gab es – nicht nur eine. Blicken wir auf 2018, war beispielsweise in der Welt der sozialen Netzwerke natürlich die visuelle Übernahme von Musical.ly durch TikTok eine unglaubliche Veränderung, die vor allem auch die globale Rekrutierung betrifft und enorme Auswirkungen auf die Kommunikation im Allgemeinen hat.  Es wurden aber auch Themen direkt im HR eingespielt, wie beispielsweise KI. Die HR Tools, die KI Inside haben, nehmen zu und der Markt für die im LAB im Mai 2018 vorgestellten KI Clouds wächst. Dass KI bald nur noch ein beliebiger Baustein sein würde, den man seiner Anwendung hinzufügt, schien vor einem Jahr noch weit entfernt und ist heute greifbarer denn je.

Dieses Jahr orientiert sich das Lab an den Aufgaben des Recruiting, es geht um die sogenannten Innovation PainPoints. Was ist genau damit gemeint?

Mit den Innovativen Painpoints meinen wir im Grunde genau die Punkte im Prozess, bei denen man immer wieder denkt, eigentlich müsste es hier doch mal so langsam was Neues geben. Die Zeit, sich damit zu beschäftigen, fehlt aber und manchmal auch der Marktüberblick. Man muss das Rad aber nicht immer neu erfinden. Manchmal existieren die Lösungen auch nebenan, ohne dass man von ihrer Existenz wusste.

Sie kennen sich aus im gesamten Prozess der Personalgewinnung, und zwar sowohl mit Employer Branding, HR Marketing und Recruiting. Werden diese drei Bereiche weiterhin so koexistieren? Wird ein Element vielleicht (noch) wichtiger werden oder gar verschwinden?

Das sind sehr gute Fragen. Die Bereiche werden meiner Meinung nach weiterhin so bestehen bleiben. Was man hier und da heute beobachten kann, ist, dass Unternehmen diese nicht als Einheit betrachten. Employer-Branding-Strategien werden teilweise nicht bis in den Recruiting Prozess gedacht und die Kampagnen des HR-Marketings übermitteln nicht die ursprünglich entwickelte Employer Value Proposition. Alle drei Bereiche zusammen werden weiter an Bedeutung zunehmen, mit einem klaren Fokus auf die Rekrutierung. Ganz gleich, wie ich in Zukunft rekrutieren werde, die Botschaft, die Übermittlung und die operative Einstellung werde ich stets brauchen. Sicherlich werden sich die Bereiche aber noch weiterentwickeln.

Lesen Sie im zweiten Teil des Interviews mehr zu den Unterschieden bezüglich HR-Innovationen zwischen Asien und Europa und warum man am Innovation Lab teilnehmen sollte.

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