Ein Porträt von Samuel Röllin von xing

Im Gespräch mit XING – die Arbeitswelt der Zukunft

Samuel Röllin, der als Senior Manager Partnerships & Market Development bei Xing arbeitet, spricht im Interview über die Arbeitswelt der Zukunft, Trends und Chancen und Risiken.

1.Nicht nur, aber auch wegen Covid-19 ist die Arbeitswelt in Aufruhr. Was meinen Sie: Wie wird sich die Arbeitswelt in den nächsten Jahren ändern?

Der demografische Wandel wird uns auch nach der Pandemie weiterhin begleiten. Die Krise hat unser Arbeitsverhalten schlagartig auf den Kopf gestellt und die Digitalisierung sowie Automatisierung beschleunigt. Home Office und Zoom-Meetings gehören im Dienstleistungssektor zum Alltag, da wir uns dank der notwendigen Technologie daran gewöhnt haben, ortsunabhängig zu arbeiten. In Bezug auf die Arbeitswelt werden wir wohl vermehrt ein Hybrid-Modell sehen, welches die beiden Welten mobiles Arbeiten und Arbeiten im Büro vereinen wird. So kann besser auf individuelle Bedürfnisse, veränderte Werte und Arbeitsweisen der Menschen eingegangen werden.

2.Spürt man auf XING bereits Veränderungen oder Trends, die in eine Richtung gehen?

XING hat im Rahmen des Corona-Barometers während der Pandemie bei Schweizer Berufstätigen regelmässig den Puls gefühlt und festgestellt, dass die Prioritäten sich verschoben haben. Arbeitnehmenden sind hierzulande ein erfüllender Job, die Sinnhaftigkeit in der eigenen Tätigkeit sowie eine individuell ausgestaltete Work-Life-Balance wichtiger geworden. Auch der Trend zum flexibleren Arbeiten – sei es in Form von Remote Work oder individuell einteilbarer Arbeitszeit – ist angestiegen. Unternehmen müssen diesem veränderten Bedürfnis entgegenkommen.  Eine Krise löst naturgemäss Ängste aus, lässt aber auch Chancen zu und führt zu einem verstärkten Hinterfragen der eigenen Positionierung. So spürt man ebenfalls das Bedürfnis zur Weiterbildung, um in die eigene Employability zu investieren.

3.Worauf wird jetzt eher beim Recruiting geachtet?

Eine aktive Kandidatenansprache ist wichtiger denn je, da diese aufgrund der Krise zögerlicher sind, von sich aus aktiv zu werden. Die hohe Wechselbereitschaft ist aber seitens Mitarbeitende nach wie vor gegeben. In diesem Rahmen ist es eine besondere Herausforderung, die Firmenkultur unter den jetzigen Gegebenheiten erlebbar zu machen. Vor allem, wenn diese normalerweise durch zwischenmenschliche Interaktionen in einem Unternehmen spürbar wird. Fällt dieser Punkt weg, wird eine Differenzierung noch kritischer und Arbeitgeber werden noch austauschbarer. Daher haben wohl Schweizer Unternehmen in der Krise bewusst in ihre Arbeitgebermarke und deren Positionierung investiert.

4.Was müssen Unternehmen zukünftig bieten, um wettbewerbsfähig zu bleiben?

Da sich Prioritäten der Arbeitnehmenden verschieben, müssen Unternehmen jetzt ein wirkliches Interesse an ihren Mitarbeitenden haben und den individuellen Bedürfnissen ihrer Zielgruppen gerecht werden. Das Angebot soll jedoch zum Unternehmen passen, authentisch sein und intern gelebt werden, damit das Unternehmen glaubwürdig bleibt und das Vertrauen der heutigen und zukünftigen Mitarbeitenden geniessen kann.

5.Gibt es konkrete Herausforderungen und Chancen, die «die Arbeitswelt der Zukunft» mit sich bringt?

Im Homeoffice respektive dem mobilen Office drohen Unternehmen an Profil zu verlieren – sie werden austauschbarer. Deshalb müssen sie sich bewusst mit ihrer Employer Brand auseinandersetzen und sich überlegen, wie sie diese für Mitarbeitende und potenzielle Mitarbeitende erlebbar machen. Die Arbeitswelt der Zukunft ist transparenter, auch dank Plattformen wie kununu. Unternehmen, welche diese Transparenz als Chance verstehen, werden in der Arbeitswelt von morgen erfolgreich sein. Eine Krise ist immer auch eine Chance. Wer die Herausforderung annimmt, geht nicht selten gestärkt aus ihr raus.

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