Facebook für User eine Recruiting-Falle?

Die Studie von 20 Minuten überrascht: Fast 70 Prozent der Umfrageteilnehmer haben ihrem eigenen Netzwerk Personen hinzugefügt, zu welchen sie nur beruflich Kontakt pflegen. 35 Prozent aller User gaben in der nicht repräsentativen Umfrage an, dass Sie auch Vorgesetzte zu ihren Freunden zählen… Was bedeutet das fürs Recruiting?

Vorgesetzte bilden ein Restrisiko

Weiblein wie Männlein sind folglich dazu bereit, ihrem Chef einen Einblick in ihr privates Leben zu gewähren. Die wenigsten ändern ihre persönlichen Einstellungen (gerade mal 21 Prozent) um die Zugriffsberechtigungen der Vorgesetzten einzuschränken Das kann ganz schön schnell schief gehen und ein Vorgesetzter erfährt von Verhaltensweisen und Erlebnissen seiner Mitarbeiter bzw. Freunde, die er bislang gar nicht kannte…. Ok, es ist ja eigentlich selbstverständlich, dass man seine Freunde kennen sollte. Doch sind Vorgesetzte auch wirklich die passenden Freunde für die Facebook-Plattform?

Auch „Siezer“ und „Siezerinnen“ werden auf Facebook per Klick zu Freunden und nicht etwa unter „Arbeitskollegen“ geadded. Irgendwie sympathisch. Es scheint beinahe familiäre Stimmung zu herrschen. Alle sind Freunde, alle sind gleich, alle haben sich gerne. Eine Freundschaftsanfrage von Vorgesetzten abzulehnen scheint verpönt und jemandem ein eingeschränktes Profil anzuzeigen wirkt peinlich.

Alles also kein Problem? In seltenen Fällen (gemäss Umfrage haben sich gerade mal 2,9 Prozent negativ über Ihren Vorgesetzten geäussert), kann dies jedoch negative Folgen mit sich ziehen. So wie beim bekannten Fall einer Britin, die unwissend, dass ihr Vorgesetzter ihr Facebook-Freund ist, ihn Zitat „Mein Boss ist ein perverser Wichser“ nannte, worauf er ihr per Facebook die Kündigung zusandte.

Was kann dies für Folgen im Recruiting haben?

Nun, auf den Ersten Blick entspricht eine Person, welche ihre Alkoholexzesse und dergleichen auf Facebook zur Schau stellt, nicht gerade dem Idealbild eines (aktuellen oder zukünftigen) Mitarbeiters. Doch, ist Facebook dazu da, um sich möglichst von seiner seriösen, „verstellten“ Seite zu präsentieren? Meldet man sich da nicht besser auf www.xing.com an? Und kann sich ein Vorgesetzter oder gar Recruiter anhand von Fotos ein Gesamtbild machen? Gerade auf der Suche nach sogenannten „Top Talents“ oder „High Potentials“ müsste es doch jedem Recruiter bewusst sein, dass die anvisierte Zielgruppe Student ist (oder war) und oftmals Jugendsünden begeht. Trotzdem sind persönlichkeitsverletzende Statements im Status nicht angebracht, dort müssen sich User zurückhalten. Am besten man gründet verschiedene Listen und teilt diesen über Einstellungen/Privatsphäre/Profil die Rechte zu.

Über eine lustige Idee berichtet in diesem Kontext Prof. Dr. Jäger. In seiner Video-Mitteilung zitiert er den Vorschlag, dass zu Beginn des 21. Lebensjahres alle Leute nochmals die Chance bekommen sollten, ihren Namen zu wechseln und so all ihre früheren „Schandtaten“ quasi zu löschen. Siehe Video-Interview zum Thema „Was Unternehmen zukünftig im Recruiting tun müssen und was Bewerber erwarten können“.

 

Fazit

Beachten Recruiter bei den Bewerbern zu stark das präsentierte Bild auf Facebook, etc. entgeht ihnen eine grosse Anzahl potentieller, guter Mitarbeiter. Denn meist wird nicht der Alltag auf Facebook veröffentlicht, sondern Urlaubserlebnisse, Wochenenderlebnisse und dergleichen.

Für den zukünftigen Mitarbeiter besteht der Vorteil eines ehrlichen, authentischen Facebook-Profils darin, dass sich nur Recruiter von Firmen auf sein Profil melden, welche finden, dass diese Person zu ihnen passt.

 Sehen Sie dies auch so? Oder haben die Profile auf Facebook mehr Gewicht als dieser Post hier annimmt? Tun junge Leute besser daran, ihre „Privatsphären-Einstellungen“ zu verschärfen oder ist die’s wiederum auffällig genug, sodass ein Recruiter weiss, dass diese Person etwas zu verbergen hat?

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