Die goldene Runkelrübe ehrt schlechteste Rekrutierungsvideos 2014: Was wir daraus lernen können.

Normalerweise präsentieren wir Ihnen auf diesem Blog gelungene Beispiele von Rekrutierungsvideos (beispielsweise in diesem Beitrag). Da dieser Tage in Deutschland zum zweiten Mal die „Goldene Runkelrübe“ für besonders schlechte Personal-kommunikation verliehen wird, möchten wir Ihnen für einmal ein paar Beispiele der anderen Art zeigen. Und daraus lernen. 

Nominiert für die „Goldene Runkelrübe“ wurden beispielsweise besonders schlechte Stellenanzeigen, suboptimale Karriere-Webseiten, welche lange nicht mehr aktualisiert wurden oder aber auch „schwache“ Rekrutierungsvideos, denen die User nichts Positives abgewinnen konnten.

Die goldene Runkelrübe

 

Der Vorjahressieger der „Goldenen Runkelrübe“ beispielsweise war ein Video der Polizei Nordrhein Westfalen, welche mit ihrem Rekrutierungs-Rap zu angestrengt versuchte, witzig zu sein und damit leider voll daneben griff:

Die praktisch durchgehend negativen Kommentare auf YouTube sprechen für sich – gut angekommen sind diese musikalischen Gehversuche bei den Empfängern jedenfalls nicht. Dabei ist Personalwerbung mit Humor auch bei der Polizei durchaus möglich, wie hier beschrieben.

Nominationen 2014 für schlechte Rekrutierungsvideos

Nachdem der Preis letztes Jahr zum ersten Mal verliehen wurde, gab es auch dieses Mal wieder zahlreiche Nominierungen. So zum Beispiel diese doch sehr auf Hochglanz getrimmte Geschichte, welche nicht zuletzt auch wegen des Hintergrund-Soundtracks eher bizarr anmutet:

Die Rahmengeschichte mit dem schönen jungen Paar erinnert eher an einen Schnulzenfilm aus Hollywood als an ein Produkt einer professionellen HR-Abteilung. Schade, denn der Grundgedanke des Videos mit dem Aufzeigen der Vielseitigkeit der Bank als Arbeitgeber wäre durchaus gelungen.

Im nächsten Beispiel – welches künftige LKW-Fahrer ansprechen soll – wurde die Botschaft „Mach was Abgefahrenes“ mit viel Spielraum zur eigenen Interpretation dargestellt. Ob man damit sagen wollte, dass LKW-Fahrer entgegen den gängigen Vorurteilen doch genügend Bewegung am Arbeitsplatz haben können? Oder ging es darum aufzuzeigen, dass ein Rastplatz kein trostloser Ort ist, sondern eine Lokalität, an der man gerne und mit viel Spass seine Zeit verbringt? Die Auflösung bleibt wohl für immer ein Geheimnis der Schöpfer dieses Videos.

Auch der renommierte Axel Springer Verlag hat ein Rekrutierungsvideo am Start, welches für die „Goldene Runkelrübe“ nominiert wurde. In diesem sehr bunten Spot wird ein hippes Start-Up auf die Schippe genommen und am Schluss werden die Bewerber aufgefordert, sich doch besser bei Axel Springer zu bewerben.

Hier gehen die User-Meinungen allerdings sehr stark auseinander. Während die einen das Video als „Augenkrebs-fördernd“ und „komplett idiotisch“ bezeichnen, finden es andere User einen tollen „Digital Running Gag“ und loben das Video dafür, dass es polarisiert und damit viel Aufmerksamkeit generiert.

Die Learnings aus diesen Nominationen

Unabhängig davon, welches der nominierten Videos schlussendlich den Preis aufgebrummt erhält, gibt es sicherlich einige Punkte, die man sich bei der Produktion eines Rekrutierungsvideos merken sollte.

  • Vorsichtiger Umgang mit Humor: Wenn etwas zu erzwungen lustig dargestellt wird, geht der Schuss oft nach hinten los.
  • Eine reale Welt darstellen: Hollywoodmässig aufbereitete Streifen haben im Rekrutierungsprozess nichts verloren. Wichtig ist ein realistisches Abbild dessen, was einen Kandidaten bei Stellenantritt wirklich erwartet.
  • Eine klare Botschaft: Der Interessent sollte nach dem Betrachten des Videos genau wissen, welche Botschaft bei ihm ankommen sollte. Und sich nicht noch lange wundern, worum es eigentlich geht.
  •  Seine Zielgruppe kennen: Wie immer ist das Allerwichtigste, bei der Produktion eines solchen Videos die Informationsbedürfnisse der Zielgruppe in den Vordergrund zu stellen. Und diese entsprechend zu bedienen, ohne dabei anbiedernd zu wirken.

Wie sinnvoll diese Preisverleihung auch sein mag, sie zeigt jedenfalls eines auf: Wer im HR-Bereich schlecht kommuniziert, der erreicht nicht nur seine Zielgruppe und seine Ziele nicht, sondern man läuft zusätzlich Gefahr, für die schlechten Produktionen öffentlich Häme einzufahren. Eine doppelte Strafe quasi.

Wir halten uns lieber an gute Beispiele und lernen von diesen, wobei natürlich auch von den schwachen Beispielen lernen kann. Weitere Hinweise zur Produktion von erfolgsversprechenden Jobvideos finden Sie in diesem diesem Beitrag.

Wie finden Sie die dargestellten Job-Videos? Sind die Nominationen berechtigt?

 

 

Via und Bildquelle

 

Keine Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar