Chatbots in der Rekrutierung: Fernes Zukunftsszenario oder schon bald Realität?

Chatbots sind automatisierte Dialogsysteme, welche in der Rekrutierung beispielsweise zur Beantwortung von gestellten Fragen auf Karriereseiten eingesetzt werden können. Werden sie schon bald eine tragende Rolle im Rekrutierungsprozess spielen oder ist die automatisierte Kommunikation in diesem Bereich keine Option? Wir haben ein Praxisbeispiel getestet.

Noch gibt es nur vereinzelte erfolgreiche Beispiele von Organisationen, welche Chatbots zu Rekrutierungszwecken einsetzen. Ein sehr prominentes Beispiel ist der Chatbot „Sergeant Star“ der US Army, welcher seit dem Jahr 2006 im Einsatz ist. Dieser führt Interessenten als virtueller Guide durch die Job-Seite der Armee. Dort finden die Nutzer Informationen zu Einsatzmöglichkeiten bei der US Armee, Salär-Fragen werden beantwortet und es wird aufgelistet, welche Stellen die Army speziell für Frauen anbietet. Wenn jemand auf seine konkrete Frage keine Antwort findet, kommt Sergeant Star zum Einsatz. Und so funktioniert der Chatbot in der Praxis.

Chatbots_US_Army

Hohe Akzeptanz des automatisierten Recruiters

Wer das Chat-Fenster mit dem automatisierten Sergeant Star öffnet, wird freundlich von einer computerisierten Stimme begrüsst. Diese fordert Interessenten auf, ihre Fragen zu stellen. Man tippt diese ins Chatfenster ein und erhält umgehend eine Antwort, meistens mit weiterführenden Links zum Thema. Einzig lange und komplexe Fragen überfordern den Chatbot. Ansonsten kann er zu allen möglichen Themen Auskunft geben oder aufzeigen, wo auf der Webseite die Antworten auf diese Fragen zu finden sind.

US Army

Fleissig ist der Roboter-Sergeant ebenfalls: In den letzten 5 Jahren hat er über 11 Millionen Fragen beantwortet, stand also mit rund 1‘550 Personen pro Tag im virtuellen Austausch. Auf menschliche Arbeitsstunden umgemünzt bedeutet dies, dass er täglich die Arbeit von rund 55 Recruitern erledigt – eine beachtliche Leistung. Wer lieber mit einer realen Person sprechen möchte, kann dies natürlich auch tun: Wer ins Chatfeld eingibt „Can I talk to a real Person?“ erhält die Anweisung, eine E-Mail mit seinen Kontaktdaten zu senden, um im Anschluss von einem Army-Recruiter kontaktiert zu werden.

Die hohe Anzahl von gestellten und beantworteten Fragen deutet darauf hin, dass der automatisierte Roboter-Sergeant auf hohe Akzeptanz bei den Besuchern stösst. Und wirft die Frage auf, weshalb diese Technologie nicht schon länger vermehrt für Rekrutierungszwecke eingesetzt wird. In unserem nächsten Blogpost werden wir uns den Vor- und Nachteilen von Chatbots widmen und der Frage nachgehen, weshalb diese den Rekrutierungsalltag in Zukunft nachhaltig verändern könnten.

Kennen Sie weitere Beispiele, in welchen Chatbots im Recruiting eingesetzt werden?

 

 

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3 Comments
  • Woche 17 - aufgelesen - EBXX

    28. April 2016 at 9:24

    […] Roboter übernehmen die Welt! Naja, vielleicht nicht ganz. Aber im Bereich des Recruitings sind sie immer häufiger anzutreffen. Die Rede ist von sogenannten Chatbots. Solche automatisierte Dialogsysteme wie zum Beispiel „Sergeant Star“ der US Army. Er beantwortet automatisch Fragen von Interessenten. Täglich erledigt “Sergeant Star” die Arbeit von rund 55 Recruitern. Werden er und andere Soldaten seiner Truppe schon bald eine tragende Rolle im Rekrutierungsprozess spielen oder geht das zu weit? Blick in die Zukunft… […]

  • […] vor wenigen Monaten haben wir uns gefragt, ob der Einsatz von Chatbots in der Rekrutierung ein fernes Zukunftsszenario oder schon bald Realität ist. Nun zeigt ein aktuelles Praxisbeispiel […]

  • […] Bundeswehr-Chat-Bots könnte der Chat-Bot „Sergeant Star“ der US-Armee gewesen sein, der bereits seit 2006 erfolgreich im Einsatz ist. Statt automatische Chat-Nachrichten zu generieren, die einen echten Dialog mit dem Nutzer […]

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