Brainteaser statt Floskelfragen: Das ultimative Geheimrezept bei Vorstellungsgesprächen?

Auf die Standard-Frage nach den eigenen Stärken und Schwächen kann heute jeder Bewerber eine Antwort aus dem Arm schütteln. Wer potenzielle Kandidaten beim Vorstellungsgespräch herausfordern und überraschen möchte, kann dies mit Brainteaser-Aufgaben machen. 

Wissen Sie beispielsweise, wie man möglichst schnell alle Primzahlen bis n nennen kann? Oder wüssten Sie aus dem Stegreif, wie Sie vorgehen würden, um die Höhe eines Gebäudes mit einem Barometer zu messen? Dies sind 2 Fragen, welche die Arbeitgeber-Bewertungs-Plattform “Glassdoor” in einer Liste von den 10 schwierigsten Fragen aus Vorstellungsgesprächen aufgenommen hat.

Brainteaser-Fragen stellen Problemlösungs-Kompetenz unter Beweis

Brainteaser bei Vorstellungsgesprächen

Wer sich bei einem Kosmetikunternehmen wie z.B. Estée Lauder bewirbt, ist sicherlich im ersten Moment erstaunt, wenn er gefragt wird, welches Tier er gerne sein würde. Und fragt sich dann möglicherweise, was das eine mit dem anderen zu tun haben soll. Brainteaser-Fragen sollen die Kandidaten überraschen und dem Recruiter einen Einblick bieten, wie jemand auf eine unvorhergesehene Wendung im Gespräch reagiert. Die korrekte Antwort auf die gestellte Frage steht dabei nicht zwingend im Zentrum – es geht vielmehr darum, wie an eine knifflige Aufgabe herangegangen wird und auf welche Art ein Lösungsweg gesucht wird. Solche Brainteaser sind schlussendlich nichts anderes als ein Spiegelbild der Herausforderungen, welcher sich ein Kandidat in einem neuen Job im Berufsalltag zu stellen hat – und zeigen einem künftigen Arbeitgeber auf, wie schlagkräftig jemand ist und wie diese Person mit Druck umgehen kann.

Brainteaser-Einsatz je nach Branche sinnvoll

Sehr populär sind Brainteaser – wenig überraschend – in der Technologie-Branche. So wollte man beispielsweise bei Google London von einem Bewerber wissen, wie viele Kalorien es in einem Lebensmittelgeschäft gibt. Die fortgeschrittene Stufe eines Brainteasers können dann komplexere Aufgaben sein, die es zu lösen gibt – wie beispielsweise bei der Ingenieur Challenge der SNCF (ausführlicher Artikel dazu hier).

Und während solche Aufgaben in dieser Branche sicherlich sehr viel Sinn machen, so können komplett abstrakte Fragen Kandidaten im Worst Case während eines Gesprächs auch abschrecken – und bei ihm einen schlechten Eindruck, ein schlechtes Gefühl hinterlassen. Nicht jeder Kandidat wird sich darauf einlassen, eine Frage wie „Was ist ihr persönliches Geheimnis?“ zu beantworten.

Ein Personaler sollte sich vor dem Einsatz von solchen Knobelaufgaben also fragen, ob diese für die zu besetzende Position auch wirklich Sinn machen – oder ob sie allenfalls unnötigerweise einen Kandidaten abschrecken könnten.

 

 

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4 Comments
  • Woche 26 - aufgelesen - EBXX

    25. Juni 2015 at 11:42

    […] Brainteaser-Fragen im Vorstellungsgespräch: Sinn oder Unsinn? Und wann macht der Einsatz solcher Fragen im Vorstellungsgespräch überhaupt Sinn? Oder hättet ihr lieber ein paar Floskeln? zum Brainteaser… […]

  • Bin der Meinung, dass diese Technik nur mit Vorsicht und Zurückhaltung einzusetzen ist, da sie mit ihrer Überrumpelungstaktik zur sehr verunsichert. Kandidaten werden aus dem Konzept gebracht können auch für hoch qualifizierte Bewerber schnell zu Stolperfallen werden, vor allem wenn die Technik dem Bewerber nicht bekannt ist. Da scheinen mir Case Studys, auch in Kurzformen, beispielsweise handlungs- und entscheidungsorientierter

  • […] einen schriftlichen Test, um das Wissen der Kandidaten zu testen. Übrigens: Bereits damals waren Brainteaser ein Thema. So wollte er beispielsweise von den interviewten Personen wissen, wer Hannibal ist oder […]

  • […] abzuklären, ob jemand zur Unternehmenskultur passt. Interessante Aufschlüsse können dabei beispielsweise Brainteaser-Fragen geben. Zudem ist es sicherlich auch empfehlenswert, den Kandidaten dem Team vorzustellen, möglicherweise […]

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