Beziehungsaufbau zu Kandidaten: Kandidatenpools und ein erfolgreiches Beispiel

Im Blogpost von letzter Woche haben wir eine externe Active Sourcing-Lösung für Firmen vorgestellt. Wie können Firmen vorgehen, welche selber einen Kandidatenpool aufbauen möchten? Hier ein Beispiel.

Der amerikanische Online-Shop Zappos bietet auf seiner Jobseite die Möglichkeit, ein sogenannter Zappos-Insider zu werden, ohne dass man sich konkret für einen Job bewerben muss. Das Insider-Netzwerk für externe Personen wurde so aufgebaut, dass die Interessenten sich alle Geschäftsbereiche des Unternehmens im Detail anschauen können. Wer auf der Karriereseite des Unternehmens landet, kann sich beispielsweise sein zukünftiges Team ansehen. Sämtliche Team-Mitglieder werden mit einem Kurzinterview vorgestellt, welche einen Einblick in die Firmenkultur aus Sicht der Angestellten gewähren. Darin werden Fragen beantwortet wie „Wie sieht ein typischer Arbeitsalltag bei Zappos aus?“ oder „Was muss jemand deiner Meinung nach mitbringen, wenn er erfolgreich bei Zappos arbeiten möchte?“.

Team-Ambassadoren vertreten die Marke gegen aussen

Wer sich nun beispielsweise über den Unternehmensbereich „Marketing“ schlau machen möchte, findet im Insider-Bereich auch einen sogenannten Team-Ambassador, an den er sich bei inhaltlichen Fragen wenden kann. Zudem bloggen einzelne Team-Mitglieder über verschiedene Aspekte ihres Arbeitsalltages oder berichten darüber, wie sie selbst ihren Job bei Zappos gefunden haben. Mit diesen Berichten wird ein authentischer Blick hinter die Kulissen gewährt und wer sich als Insider registriert, erhält auch eine direkte Kontaktmöglichkeit mit Team-Mitgliedern und kann sich so bereits vor einem möglichen Job-Interview mit Angestellten von Zappos austauschen.

Zappos Employment Jobs

Im Bereich „Life at Zappos“ werden die Werte der Firma aufgeführt und im Detail erläutert. Ein wichtiger Grundsatz ist beispielsweise, dass Zappos-Mitarbeiter abenteuerlustig, kreativ und offen sein sollen. Ebenso wünscht sich Zappos-Mitarbeitende, welche einen positiven Teamspirit leben. Nebst den Wünschen an die Mitarbeitenden werden auch die Benefits aufgeführt, von welchen man bei einer Anstellung profitieren kann, wie zum Beispiel interne Weiterbildungen, Karriere-Möglichkeiten und verschiedene Versicherungen. Aber auch „Fun-Benefits“ wie beispielsweise Fitness-Challenges, an welchen man als Mitarbeiter teilnehmen kann, werden erwähnt. Der ganze Informationsbereich ist sehr umfangreich und gibt einen vertieften Einblick in die Unternehmenskultur der Firma.

Zugang zu weiteren Informationen nach Registrierung

Wer sich irgendwann in der Zukunft eine Anstellung bei Zappos vorstellen kann und sich als Insider registriert, erhält Zugang zu weiteren Informationen. Die Registrierung kann direkt mit dem bestehenden LinkedIn oder Facebook Profil erfolgen. Die Interessenten werden nach der Registrierung in einen Talent-Pool aufgenommen, welcher von den Rekrutierungs-Fachpersonen jeweils zuerst berücksichtigt wird, sobald es eine Vakanz gibt. Damit Kandidaten besonders aus der Masse von Interessenten im Kandidatenpool herausstechen können, gibt ihnen Zappos verschiedene Tipps mit auf den Weg. So werden Interessenten eingeladen, eine Video-Botschaft hochzuladen (anstelle eines Bewerbungsschreibens) und sie erhalten eine Liste von den Zappos-Recruitern, welche auf Twitter aktiv sind und können sich so mit ihnen vernetzen. Ebenso führt die Firma regelmässig Tweet-Chats durch, an welchen auch Mitarbeiter ausserhalb des HRs teilnehmen und fördert so den Dialog mit Interessenten.

Fazit: Um das Beziehungsmanagement zu potenziellen Kandidaten so umfassend aufzubauen und zu pflegen, braucht es natürlich einiges an Investitionen. Auf der anderen Seite werden sich diese spätestens dann auszahlen, wenn man bei einer Vakanz keinen langwierigen Bewerbungsprozess initiieren muss, sondern vielmehr geeignete Kandidaten aus dem firmeneigenen Talent-Pool findet.

Kennen Sie weitere gelungene Beispiele von Firmen, welche gezielt den Beziehungsaufbau zu Kandidaten über Talentpools pflegen?

 

 

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  • […] Es gibt viele Gründe, die für den Aufbau eines Talentpools sprechen: Statt Stellen neu auszuschreiben, kann im Idealfall auf eine geeignete Person in der Talent-Pipeline zurückgegriffen werden. Damit werden Zeit und Rekrutierungskosten gespart. Hier finden Sie ein erfolgreiches Praxis-Beispiel für den Aufbau eines Talentpools. […]

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