Die richtige Sprache für Stellenanzeigen

Auf ein Wort! Die richtige Sprache für Stellenanzeigen

Am Anfang des klassischen Rekrutierungsprozesses steht die Stellenanzeige. Wer die richtige Sprache für Ausschreibungen findet, spart Zeit und Kosten. Wichtige Punkte sollten hierbei berücksichtigt werden.

Im Gegensatz zu Deutschland haben Firmen in der Schweiz einen relativ grossen sprachlichen Spielraum beim Verfassen von Stellenanzeigen. Dennoch sollte man die Anforderungen an die Bewerbenden möglichst eindeutig formulieren:

  • Anstatt mehrjährige Berufserfahrung besser exakte Angaben wie 2 bis 3 Jahre relevante Berufserfahrung
  • Altersgrenzen sind hierzulande zulässig. Wenn man wirklich nur jemanden will, der z.B. unter 35 Jahre alt ist, sollte das entsprechend ausgeschrieben werden.
  • Konkret das Aufgabengebiet formulieren: Sie sind verantwortlich für …, zu Ihrem Aufgabengebiet gehört …, Sie übernehmen …

Wird die Stelle nicht nur in der Schweiz, sondern auch in EU-Ländern publiziert, sollte man sich an die EU-Richtlinien zum Abfassen von Stellenanzeigen halten.

Gendersensible Sprache

Sie wollen Frauen und Männer ansprechen?  Formulieren Sie die Ausschreibung dementsprechend. Der Career Service der Universität Zürich empfiehlt, sowohl die männliche als auch die weibliche Vollform der Berufsbezeichnung (Projektleiter/Projektleiterin) anstelle der Kurzform (Projektleiter/in) zu verwenden.

Frauen schätzen ihre Kompetenzen häufig schlechter ein als ihre männlichen Kollegen. Um Frauen nicht abzuschrecken, wählt man die richtigen Worte: Auch in diesem Fall sollte der Aufgabenbereich konkret benannt und weniger spezifische Fähigkeiten bzw. Charaktereigenschaft hervorgehoben werden.

Keywords verwenden

Oft werden Stellenangebote nicht von Anfang an von A bis Z durchgelesen, sondern erstmal überflogen. Umso wichtiger ist es, durch die richtigen Informationen bzw. Keywords die Aufmerksamkeit zu erregen und die Lesenden bei sich zu behalten. Um herauszufinden, worauf man sich bei der Formulierung fokussieren sollte, kann das sog. LAB-Profile (Language and Behaviour Profile), ein in der Sprach- und Wahrnehmungspsychologie angewandtes Modell, zu Hilfe genommen werden. Damit lässt sich zum Beispiel die Struktur des Filterns (Filter, mit dem jemand die Ausschreibung liest) entschlüsseln. Je genauer diese Filterstruktur der Zielkandidaten getroffen wird, desto passender kann die Ausschreibung formuliert werden und desto wirksamer ist sie schliesslich.

Stellenvorteile aufzeigen

Was bieten Sie potentiellen neuen Mitarbeitenden, was die Konkurrenz nicht kann? Heben Sie spezifische Benefits hervor, die Lust darauf machen, bei Ihnen zu arbeiten. Welche Vorteile die Stelle in professioneller Hinsicht bereithält, sollte klar und deutlich beschrieben werden. Gemäss LinkedIn stellt es bei einem Stellenwechsel nämlich ein grosses Hindernis dar, wenn Interessierte nicht wissen, was die potentielle neue Stelle bringt. Darauf haben wir bereits in einem früheren Artikel hingewiesen.

Berücksichtigen Sie diese Faktoren bereits in Ihren Stellenanzeigen? Hier finden Sie weitere Anregungen, um aussagekräftige Stellenanzeigen zu schreiben.

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