Arbeitgeber setzen sich für mehr Transparenz im Bewerbungsprozess ein

Es wird seitens Kandidaten häufig darüber geklagt und seitens Arbeitgeber oft nur wenig dagegen gemacht: Die fehlende Transparenz und die langen Wartezeiten im Bewerbungsprozess sind vielen Stellensuchenden ein Dorn im Auge. Jetzt reagieren erste Firmen proaktiv auf diese Problematik. Wir zeigen, welche Firmen wie die Candidate Experience verbessern.

Nicht nur Bewertungsplattformen wie Glassdoor und kununu setzen sich künftig für mehr Transparenz im Bewerbungsprozess ein. Auch Arbeitgeber beginnen mit gezielten Massnahmen, die Candidate Experience zu verbessern. Eine Möglichkeit dafür sind Softwares wie beispielsweise TalentAdore, welche jedem Kandidaten eine individualisierte Rückmeldung gibt. Wie LinkedIn auf dem Talent Blog erläuterte, setzen Firmen wie Johnson & Johnson und PCC in den USA Technologie-Lösungen ein, um die Candidate Experience zu verbessern.

Plattform „Shine“ soll Licht ins Dunkel bringen

Johnson & Johnson verkündete auf der Karriere-Webseite, dass die Zeiten von unzufriedenen Kandidaten vorbei sein sollen. Dafür wurde die Plattform „Shine“ entwickelt, welche die Kandidaten in den verschiedenen Stadien des Recruitings auf dem Laufenden hält. Entwickelt wurde die Plattform nach einer Umfrage, bei welcher tausende von Kandidaten befragt wurden, was am Bewerbungsprozess optimiert werden könnte. Dabei kam unter anderem heraus, dass die Interessenten sich mehr Interaktion und schnellere Rückmeldungen wünschten. Wie die Plattform „Shine“ funktioniert, wird in diesem Video erläutert:

Der Ansatz, die Plattform ähnlich wie eine Sendungsverfolgung aka Order Tracking bei Amazon oder DHL aufzubauen und konkrete Angaben zu machen, bis wann die Kandidaten mit einem Feedback rechnen dürfen, ist interessant. Ebenfalls positiv: Wer eine Jobabsage erhält, kriegt sogleich neue, ähnliche Vakanzen vorgeschlagen. Da „Shine“ erst im Oktober lanciert wurde, gibt es noch keine Erfahrungswerte, wie die Plattform bei Kandidaten ankommt. Es ist jedoch auf alle Fälle ein spannender Ansatz mit viel Potenzial für eine verbesserte Candidate Experience.

PWC nutzt Technologie, damit Kandidaten selber Interviews planen können

Vor einigen Monaten dauerte es noch bis zu 6 Tage, um bei PWC in den USA ein Job-Interview zu vereinbaren. Wenn jemand einen Termin absagen musste, dauerte es sogar noch länger. Nun wurde dieser Prozess automatisiert: Das Recruiting-Team erhält die Verfügbarkeiten der internen Interview-Partner und unterhält einen Kalender, der den Kandidaten per E-Mail zugestellt wird. Diese können auf diesem das für sie mögliche Interview-Datum selber auswählen. Die vereinbarten Termine sind für die Kandidaten jederzeit einsehbar und sie können Termine auch selber verschieben.

Rekrutierungsprozess_Transparenz

Das Resultat? Statt bis zu einer Woche dauert die Vereinbarung für einen Interview-Termin nun lediglich noch Minuten. So müssen die Kandidaten nicht eine halbe Ewigkeit auf eine Rückmeldung der Recruiter warten und im schlimmsten Fall während der Wartezeit das Interesse an der Stelle verlieren.

Zusätzlich zur eigenen Termin-Vereinbarungsmöglichkeit bietet PWC vermehrt virtuelle Interviews an, um den Kandidaten noch mehr Flexibilität zu ermöglichen. Wird ein solch virtuelles Interview vereinbart, erhält der Kandidat vorab zudem noch wichtige Tipps, um sich gezielt darauf vorbereiten zu können.

Zwei unterschiedliche Ansätze, die eines gemeinsam haben: Den Kandidaten wird mehr Kontrolle über den Rekrutierungsprozess gegeben und es wird mehr Transparenz gewährleistet.

 

Via und Bildmaterial

1 Comment
  • Simon Huckfeld

    16. September 2018 at 10:22

    Danke für den tollen Artikel! Habe mich neulich auch bei Pwc beworben. Die Bewerbungsplattform war super und der bewerbungsprozess übersichtlich. Insgesamt dauert es aber recht lange bis pwc auf die Bewerbung anrwortet, siehe auch https://dabego.de/listings/pwc-pricewaterhousecoopers/
    Aber daran kann man auch mit der besten Plattform nicht machen

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