Allianz Deutschland: Social Media statt post-and-pray Prinzip

Dominik-Hahn-Allianz-post-pray

Dominik A. Hahn ist bei Allianz Deutschland AG für die Kommunikation im Personalmarketing verantwortlich. Neben der Karrierewebseite und dem Mediaplanning verantwortet er dort seit 2009 die Social Media-Aktivitäten der Allianz.

Vortrag im Rahmen der recruitingconvention 2012 in Zürich.

Social Media ist in aller Munde. Sieht man sich aber die Karriere-Websites von Firmen an, so findet man hier noch jede Menge Verbesserungspotential. Man sollte sich also zuerst mit den Basics befassen, bevor man in neue Social Media-Tätigkeiten eintaucht.

Die Allianz ist aktiv auf Twitter, überlegt sich aber das weitere Vorgehen: Man erreicht die gewünschte Zielgruppe nicht wunschgemäss. Der Kanal dient hauptsächlich dazu, sich über neue HR-Ausprägungen zu informieren.

YouTube wird als günstige Hosting-Plattform für Job-Videos genutzt. Es geht nicht mehr nur um Testimonial-Videos, sondern vermehrt auch um How-to-Videos, in denen verschiedene Jobs attraktiv präsentiert werden.

Die strategische Ausrichtung geht in Richtung
– Direkte Kommunikation und via Dritte
– Unique Informationen aus der Versicherungsbranche aufbereiten

Blog “einkarrieretipp”

einkarrieretipp-Allianz-Recruiting-Blog

Der WordPress-Blog performt auf Google ausgezeichnet: Ein Drittel der Visits kommt über die Suchmaschine herein. Man behauptet nicht mehr, man sei der beste Arbeitgeber ever. Man stellt den Allianz-Brand nicht mehr in den Fokus, sondern die Inhalte. Die einzigartigen Inhalte sollen potentielle Bewerber animieren, sich zu bewerben.

Auch ein Mitarbeiter- und Praktikantenblog wird betrieben. Die Mitarbeiter publizieren selber Karrieretipps. Diese können per Gamification auf Apps bewertet werden. Die besten Tipps werden in Deutschlands grösster Hochschulzeitung publiziert.

2011 wurden “Interviews ohne Worte” lanciert. Die Initiative wird wiederbelebt. Die Blondine aus der Kampagne und Kantinenburger kommen in Facebook-Postings jeweils am besten an.

Infografiken unterstützen komplexe Texte wie z.B. für das IT-Trainee-Programm. Darin integriert ist eine Stellenanzeige, je nach Fachbereich mit QR-Codes.

Über E-Recruiting kamen 2011 60’000 Bewerbungen zusammen. Allianz scheint das viel, andere sagen es könnte noch viel mehr sein, zumal Experten-Stellen monatelang unbesetzt bleiben.

Allianz-Facebook-Fans

Stelleninserate werden deshalb aber nicht in Social Media-Channels publiziert. Hochqualifizierte IT-Mitarbeiter sind gar nicht auf Social Networks, da sie dort ständig kontaktiert werden und den Security-Features von Social Networks nicht trauen.

Unternehmen müssen ihre “Attitude” ändern in Richtung Talent Relationship Manager: Man sucht Mitarbeiter, die “Lust” haben, für ein gewisses Unternehmen zu arbeiten. Spezialisierte Sourcing-Mitarbeiter sollten sich um diese stark gesuchten Profile kümmern.

Die Karriereseite sollte über ausgezeichnete Usability verfügen, der Stellenmarkt sollte nicht abgetrennt sein vom Content, sondern integriert. Der Dialog soll gefördert werden, heute herrscht immer noch eine Top-Down-Kommunikation vor.

Dominik-Hahn-Allianz-Karriereseite

Komplizierte Flash-Seiten sollte man vermeiden zugunsten einfacher HTML-Seiten, die auch auf Mobile Geräten gut gelesen werden können (Responsive Website-Design).
Ein “Container-System” erlaubt es Ländergesellschaften, eigene Inhalte aufzubereiten und andern Gesellschaften zur Wiederbenutzung anzubieten.

Der Stellenmarkt verfügt über sogenannte Permalinks: Eine bestimmte Stellensuche kann abgespeichert werden und wird als E-Mail ausgeliefert.
Auch “ähnliche Jobs” werden zu jeder Stelle angezeigt und falls verfügbar auch ein Video und ein Content-Link.

Ein interaktives FAQ-System stellt Stellensuchenden zur Verfügung: Ähnliche Fragen werden automatisiert zusammengefasst, so dass Allianz effizienter antworten kann.

Die Seiten sind bewertbar, aber nicht kommentierbar.

All diese Massnahmen sollen helfen, nicht möglichst viele Interessenten anzusprechen, sondern die richtigen. Man sollte mit kleinen, aber stetigen Schritten voranschreiten und die grosse Vision im Blick behalten.

Dominik Hahn bloggt auf www.sozialesbrandmarken.de über aktuelle Entwicklungen im Employer Branding und Recruiting.

2 Comments

Schreiben Sie einen Kommentar