Martin Maas von der Helvetia lächelt in die Kamera

Adieu Multicheck – Warum Helvetia auf eine Alternative setzt

Wer spätestens im Frühjahr auf Lehrstellensuche geht, weiss, dass der allseits bekannte Multicheck auf einen zukommen könnte. Viele Unternehmen, darunter auch Helvetia Versicherungen, haben jahrelang mit diesem Hilfsmittel ihre Lehrlinge gesucht. Warum sich das aber ab diesem Jahr bei Helvetia ändert, erklärt uns Martin Maas, Leiter Employer Branding & Nachwuchs.

Helvetia hat den allseits bekannten Multicheck für zukünftige Lehrlinge abgeschafft – wie kam es dazu?

Wir hinterfragen regelmässig unsere Themen und Prozesse und insbesondere deren Effizienz. Durch Diskussionen im Team über unseren zukünftigen Auswahlprozess für Lernende haben wir jeden Schritt analysiert und herausgefunden, dass es in unserem Fall in den letzten fünf Jahren keinen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Multicheck-Ergebnis der eingestellten Lernenden und dem schulischen bzw. beruflichen Erfolg gab.

Gibt es eine neue Alternative oder gehört dieses Verfahren der Vergangenheit an?

Gemeinsam mit einem externen Partner haben wir ein Online-Assessment entwickelt, das viel stärker als vorher an die Bedürfnisse von Helvetia angepasst ist und nur die Themen abfragt, die für uns als Unternehmen und für das jeweilige Berufsbild relevant sind.

Welche Veränderungen/Anpassungen wurden für das neue Tool vorgenommen?

Es ist ein reines Online-Tool, das auf der einen Seite für die Bewerber:innen kostenlos ist und auf der anderen Seite erheblich Zeit spart im Vergleich zu vorher. Zudem haben wir die Möglichkeit, zwischen den einzelnen Testinhalten Entspannungsphasen für den Kopf zu bieten und in dieser Zeit noch mehr über uns als Arbeitgeberin und den jeweiligen Lehrberuf zu erzählen.

Welche grösste Chance sehen Sie in diesem neuen Verfahren?

Das Verfahren ist eingebettet in einen neuen Rekrutierungsansatz. Wir gewichten Noten deutlich weniger als vorher und fokussieren uns mit dem Test und darüber hinaus vielmehr auf die persönlichen Eindrücke und die direkten Gespräche mit den Kandidat:innen. Das neue Online-Assessment spart den Nutzern Zeit und Geld und liefert uns passgenauere Ergebnisse, die auf unsere Anforderungen abgestimmt sind. Zudem können wir mit den eingebetteten Employer-Branding-Inhalten gezielter Botschaften an die einzelnen Zielgruppen kommunizieren als vorher.

Würden Sie Unternehmen empfehlen, den Multicheck ebenfalls abzuschaffen und auf individuelle Tests umzusteigen?

Nein – keineswegs. Der Multicheck verliert in der Summe nicht an Bedeutung. In unserem Fall haben einfach die eigenen Zahlen ergeben, dass wir über andere Testverfahren ggf. zu einer höheren Passung zwischen Testergebnis und Lehrerfolg kommen können. Das muss für andere Unternehmen aber nicht gelten. Helvetia geht gern neue Wege. Das ist Teil unserer Kultur.

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