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Kampagne „Lowest salaries in town“: Mutiges Employer Branding und Offline-Recuriting, um die digitale Generation zu erreichen

Frontify ist ein innovatives, erfolgreiches und daher schnell wachsendes Startup aus St. Gallen. Das international ausgerichtete Jungunternehmen bietet eine Online-basierte Lösung zur Verwaltung und Stärkung von Marken/Brands. Die Herausforderung: In der Heimatstadt ist das Unternehmen noch wenig bekannt und der Bedarf nach digitalen Talenten ist im eher kleinen Ostschweizer Arbeitsmarkt immens. Die ungewöhnliche Lösung: eine provozierende Plakat-Kampagne. Aber lesen Sie selbst.

Beim Versuch, passende Leute zu rekrutieren, hat das in St. Gallen ansässige Unternehmen kurzerhand ihre sonst so digital ausgerichtete Werbestrategie umgestellt – und den Schritt in die offline Welt gewagt.

Unkonventionelle, Offline-Kampagne

Eine grossräumige Plakatkampagne in den Strassen von St. Gallen sollte helfen, mehr Bekanntheit sowie Sympathie bei der Bevölkerung zu erzielen, und die besten Talente für das Team zu gewinnen. Mit dem Slogan “Lowest salaries in town” wollte man auch hier vom konventionellen Weg abweichen, um aufzufallen. Der offensichtlich nicht korrekte Slogan half Frontify auch, Personen, welche die Arbeit nur mit dem Lohn verbinden, herauszufiltern.

Ziel war es, langfristig Leute auf Frontify aufmerksam zu machen, die nach einer Anstellung in einem jungen Unternehmen suchen, in welchem sie noch etwas bewegen können.

Die mutigen Massnahmen im Detail

Während einer Woche wurden in der gesamten Stadt St. Gallen rund 100 Plakate platziert, Spots im Bus geschaltet und ein paar Stickers in Bars und sonstwo verteilt. Die sozialen Medien wurden absichtlich beiseitegelassen – einerseits, weil es sich bewusst um eine offline Aktion handelte und andererseits, weil zu erwarten war, dass der gewählte Slogan nicht überall in der Welt gleich ankommen würde.

Die URL www.frontify.com/jobs führte während der Kampagne auf eine dedizierte Landingpage – und begrüsste den interessierten User mit einer weiteren Provokation («How low can you go?» und David Hasselhofs Limbo-Dance Video. Damit wollte man klar machen, dass das Ganze nicht todernst gemeint war. Weiter unten erschien dann die explizite Auflösung:

Hey! Maybe you’ve heard about our special offer; the lowest salaries in town! We made a big deal out of it. Billboards and all. But it was a lie. Sorry.

It’s not like we have the highest salaries either, but working at Frontify is about much more than just the $$$. You’ll discover that once you’ve sent your application.

Kampagne

Und die Ergebnisse, die Resonanz?

Die Zugriffe auf die Job-Website konnten im Verhältnis zum durchschnittlichen Level um 250-300% gesteigert werden. Aus den Zugriffen resultieren schliesslich ca. 15 vielversprechende Bewerbungen, die sich explizit auf die Aktion beziehen.

Viel Resonanz ergab die Aktion auch in den privaten Umfeldern der Mitarbeitenden und poppte immer wieder in Gesprächen über Frontify auf.

Lessons learned

Die Aktion hat gezeigt, dass es sich lohnt, ein wenig mutig zu sein und andere Wege zu beschreiten. Die Plakate hätten auch gewisse Leute brüskieren können – dies ist aber nicht passiert.

Zudem machte es Sinn, eher zu viel zu investieren: Schlussendlich wurden viel mehr Plakate und weitere Medien gebucht, als ursprünglich geplant. Dadurch war die Aktion in aller Munde und es entstand eine gewisse Dynamik.

Oder in den Worten von Adrien Fernandez, zuständig für den Employee Success:

„Grundsätzlich ging es darum, neugierige, digitale, humorvolle Talente anzusprechen und der Stadtbevölkerung zu zeigen, dass es uns gibt, dass wir etwas anders sind und wir trotz hoher Professionalität nicht alles 100% ernst nehmen müssen. Der Effekt soll primär langfristig wirken – die kurzfristigen Zahlen zeigen aber auch, dass die Aktion wahrgenommen wurde.

Und ganz nebenbei machen uns solche Aktionen einfach auch persönlich Spass.

Wie finden Sie die Aktion? Wie interpretieren Sie die Ergebnisse?

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