Chatbots liefern 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche

Erste Versuche in der Kommunikation zwischen Mensch und Maschine liegen schon ein halbes Jahrhundert zurück. Die Geburtsstunde von ELIZA liegt im Jahr 1966. Seine Aufgabe: die Kommunikation zwischen Mensch und Computer in gesprochener Sprache ermöglichen. Heute sind Chatbots dazu da, uns den Alltag zu erleichtern. Gerade in Tech-Unternehmen und in der E-Commerce haben sie den Durchbruch geschafft. Im HR fassen sie auch Fuss – langsam.

ELIZA gibt es inzwischen nicht mehr. Die Idee der Kommunikation von Mensch und Maschine jedoch schon. Sie wurde weiterentwickelt und Chatbots leisten heute gute Dienste. Im HR kommen sie vorallem dann zum Einsatz, wenn sie interne HR-Prozesse vereinfachen können. So integrieren Unternehmen Chat Bots zum Beispiel in Karriereseiten. Dagegen ist nichts einzuwenden. Denn, bekommt ein Bewerber sinnvolle Antworten auf seine Fragen, beeinflusst das die Candidate Experience positiv. Ein Erlebnis, das der potentielle Arbeitnehmer mit der Arbeitgebermarke verknüpft. Der Arbeitgeber wird damit als modern und innovativ wahrgenommen. Zwei Attribute, die wichtige Faktoren bei der Stellensuche und der Bewertung potenzieller Arbeitgeber sind. Es ist aber zu beachten, dass der Chatbot in der Bewerber-Kommunikation richtig gut sein muss. Also ein durchdachtes und getestetes Konzept hinter dem Bot steht. Sind Rahmenbedinungen, Grenzen, Umfang geklärt, kann ein Chatbot das HR wertvoll unterstützen und das Image eines Unternehmens positiv beeinflussen.

Die fleissigen Arbeiter im Hintergrund

Ein wesentlicher Vorteil von Chatbots ist deren Erreichbarkeit. Während Mitarbeitende irgendwann Feierabend haben, in Sitzungen sind oder anfallende Arbeiten erledigen, ist der Roboter dauerhaft online. Der Chatbot ist immer und überall erreichbar. Elementar bei dessen Einsatz ist aber, wie bereits erwähnt, dass Chatbots keinen zusätzlichen Aufwand erzeugen. Sie sollen sich sinnvoll in die HR-Umwelt integrieren und HR-Arbeit übernehmen. Der Schlüssel zum Erfolg: durchgedachte Ideen und Konzepte. Dann ist der Einsatz von Chatbots sehr vielfältig

Bots für die Mitarbeiter-Rekrutierung

Ein Chatbot kann im Screening-Prozess helfen. Er prüft Informationen über potenzielle Mitarbeitende und nimmt Hintergrundüberprüfungen vor. Ein Chatbot kann wichtige Fragen stellen und eine Vorauswahl geeigneter Kandidaten vornehmen. Das macht er ohne Vorurteile, sondern ausschliesslich aufgrund der Fakten. Da wo Mensch hin und wieder mit gewissen Vorbehalten in Bezug auf Name, Aussehen oder Herkunft konfrontiert wird, bleibt der Chatbot neutral.

Bots für allgemeine Fragen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbringen jeden Monat viele Stunden mit der Suche nach grundlegenden unternehmensbezogenen Informationen. HR-Bots würden diese Antworten schnell liefern. Was Mitarbeitende letztendlich produktiver und zufriedener macht.

Mehr Interaktivität bei Schulungen

HR-Schulungen mit Chatbots sind sehr effektiv. Sie beinhalten die interaktive Teilnahme von Mitarbeitern. Das kann ein Standard-Schulungsvideo oder eine Powerpoint-Präsentation nicht bieten.

Mitarbeiterbeurteilungen über den Chatbot

Der traditionelle Überprüfungsprozess wird irgendwann ausgedient haben. Chatbots ermöglichen den sofortigen Austausch mittels Feedback und Leistungseinblicken. So sind die Mitarbeitenden immer auf dem neuesten Stand und bestrebt, das Beste zu geben.

Das sind fünf gute Einsatzmöglichkeiten für Chatbots. Trotzdem ist es so, dass HR-Bots in vielen Unternehmen noch nicht allgegenwärtig sind. Liegt es daran, dass sich die Unternehmen sehr gezielt mit dem Thema auseinandersetzen müssen: konzeptionell, strategisch und rechtlich? Das Potential von Chatbots ist da und es lohnt sich für Unternehmen auf jeden Fall, sich damit zu befassen. Folgenden Gedanken darf man dabei allerdings nie vergessen: Trotz „Natural Language Processing“ versteht der Chatbot nicht jedes Wort und jede Frage. Aber er lernt mit jedem neuen Austausch und mit jedem neuen Input dazu. So wie wir Menschen auch.

1 Comment
  • Pascal R. Müller

    12. Juni 2018 at 9:49

    Sehr gute Ideen zu den Einsatzmöglichkeiten von Chatbots im HR. Ein Beispiel mehr, wie langsam die Entwicklung im Prinzip vorangeht, wenn man bedenkt, dass ELIZA schon 1966 existierte. Ich sehe aber, dass die Unternehmen diese Möglichkeiten aufgreifen und sich noch vieles Neues durchsetzen wird.

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