Möglichkeiten des Mobile Recruitings und Implikationen für Recruiter

Gibt es schon bald die SMS-Bewerbung? Diese Frage haben wir uns vor zwei Jahren bereits in unserem Blog gestellt. Vermutlich haben wir selbst noch nicht daran geglaubt. Das Thema hat uns aber schneller eingeholt, als wir vermutet hätten.

Das Thema «Mobile Recruiting» klopft nicht an die Türe, es ist bereits da, es steht bei uns schon mitten im Wohnzimmer. Auch Zeitungen haben den Mobile-Trend erkannt, sie bieten spannende Lösungen zu diesem aktuellen Thema an, um den Medienbruch
zwischen Print-, Online- und Mobile- Bereich zu eliminieren. So hat «20 Minuten» mit der neuen iPhone-App, die im März 2012 lanciert wurde, das Zeitalter von Augmented Reality im Print eingeläutet.

Unter dem Begriff «Erweiterte Realität» versteht man «die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung» (Wikipedia). Häufig wird darunter die visuelle Darstellung verstanden, die nicht nur für kommerzielle Inserate, sondern auch für Stelleninserate ganz neue Möglichkeiten bietet. Inserate, die in «20 Minuten» speziell gekennzeichnet sind, können über das iPhone oder Android-Handy zum Leben erweckt werden. So erscheinen über das Display im Handy innerhalb von Sekunden Videos, Trailer, Bildstrecken oder es ertönt Musik. Selbst die Lösung eines Sudokus kann direkt über dem Rätsel projiziert werden. Diese Möglichkeiten bieten natürlich auch ganz neue Formen für die Rekrutierung.

Was versteht man eigentlich unter Mobile Recruiting?

Eine klare Definition existiert – wie so oft bei derartigen Begriffen – noch nicht. Das Mobile Recruiting wird dem E-Recruiting zugeordnet, welches wiederum die Unterstützung der Personalbeschaffung durch den Einsatz von elektronischen Medien bezeichnet (Queb Blog).

Mit der Möglichkeit von Mobile Recruiting können wir Stellensuchende mit Stelleninseraten ebenso ansprechen wie latent Suchende und unabhängig von ihrem aktuellen Standort eine Interaktion auslösen. Im besten Fall bedeutet dies eine Bewerbung.

Somit stehen wir wieder bei der SMS- Bewerbung. Doch es gibt bessere Möglichkeiten, als eine Bewerbung in ein SMS zu packen. Denn es existieren ja Social-Media-Plattformen wie Xing oder auch LinkedIn. Beides sind Business-Plattformen. Die meisten Mitglieder dieser Plattformen haben in ihrem Profil auch ihren beruflichen Werdegang, ihre Aus- und Weiterbildung sowie ihre speziellen Fähigkeiten erfasst. Diese Angaben reichen oft für eine erste Beurteilung einer Bewerbung, ersetzen jedoch keine ordentliche Bewerbung mit Motivationsschreiben, CV und Zeugnissen.

Was bedeutet dies für den Recruiter?

Wenn ein Mobile-optimiertes Stelleninserat eingesetzt wird, braucht es nicht nur ein Mobile- optimiertes Layout – der Smartphone-Bildschirm ist viel kleiner als ein normaler – sondern auch der Bewerbungsweg muss sich von einem klassischen Onlineinserat unterscheiden. Statt den Link zu einem Bewerbermanagementsystem oder eine E-Mail-Adresse einzublenden, stellen wir dem Bewerber ein Feld zur Verfügung, bei dem er die Adresse seines Xing- oder LinkedIn-Profils hinterlegen kann. Je nach Stelle, beispielsweise im Temporär-Bereich, sollte der Bewerber zusätzlich die Möglichkeit haben, direkt beim Personalberater anzurufen.

Selbstverständlich sind auch Personalmarketing-Elemente wie Video, Verlinkungen zum Stellenmarkt und zum Social-Media-Auftritt des Unternehmens, Möglichkeit zur Bestellung eines Job-Abos oder Unternehmensnews etc. möglich. Das Social-Media-Profil auf Xing oder LinkedIn ist selbstverständlich noch keine vollständige Bewerbung, die genügt, um einen Bewerber zum Gespräch einzuladen.

Dazu muss der Prozess in der Rekrutierung etwas angepasst werden. Der Recruiter prüft anhand des Links das Profil des Bewerbers und nimmt bei Interesse Kontakt auf. Dabei fordert er die weiteren Unterlagen wie Motivationsschreiben, CV und Zeugnisse ein. Wird ein Bewerber negativ beurteilt, verdankt man das Interesse und schickt ihm eine Absage.

Dies ist alles momentan noch etwas aufwändig, die meisten Bewerbermanagementsysteme sind bei diesem Prozess noch nicht hilfreich. LinkedIn hat aber bereits einen LinkedIn Apply Now Button lanciert, der von Taleo und Brassring unterstützt wird. Bewirbt sich ein Bewerber über diesen Button, wird das LinkedIn-Profil automatisch in das Bewerbermanagementsystem abgefüllt. Dann findet der gesamte Bewerbungsprozess über das Bewerbermanagementsystem statt. Für die Schweiz wird es sicher interessant werden, wenn Xing eine ähnliche Funktion anbietet und wenn die üblichen Bewerbermanagementsysteme dieses Xing-Profil übernehmen können. Da Xing jetzt eine API (Application Programming Interface) zur Verfügung stellt, sind wir von diesen Möglichkeiten nicht mehr weit weg.

Prospective Media bietet Ihnen bereits heute Möglichkeiten, das Mobile Recruiting professionell und innerhalb der bestehenden Prozesse einzusetzen, ohne dass für den Recruiter ein Mehraufwand entsteht. Erste Erfahrungen mit unserem Kunden VBZ sind sehr vielversprechend. Nutzen auch Sie die Möglichkeit von Mobile Recruiting!

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  • […] Mobile Recruiting Mittlerweile ich das Mobile Recruiting voll und ganz in der Gesellschaft angekommen. Doch welche Möglichkeiten bietet diese neue Art der Personalbeschaffung? Und vor allem was bedeutet das für die Recruiter? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt es auf dem Prospektive Blog. […]

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